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Warum der Springer Jürgen Ernst ein Flugzeug zum 96-Spiel in Sevilla gechartert hat

„Es ist Leidenschaft von allen gefordert“

Fußball. Am 25. August steigt das zweite Auswärtsspiel in einem internationalen Wettbewerb in der Geschichte von Hannover 96 – und das erste, das tatsächlich im Ausland angepfiffen wird. Nach Werder Bremen im Pokal der Pokalsieger 1992 heißt der Gegner in den Europa-League-Playoffs 2011 nun FC Sevilla. Auf die Reise nach Andalusien macht sich auch ein Sonderflug aus Hannover – organisiert haben ihn der Springer Jürgen Ernst (48) und Reisefachmann Elmar Kriesten (Terminal 1) aus Hannover. Mit Ernst sprach NDZ-Sportredakteur Jan-Erik Bertram.

Gemeinsam für die Roten: Jürgen Ernst (r.) und Elmar Kriesten fliegen mit 144 Fans nach Andalusien. Foto: pr.

Andere Leute organisieren sich einen Linienflug und ein Ticket – Sie chartern gleich einen ganzen Flieger. Warum?

Es ist Leidenschaft gefordert, aber nicht nur von der Mannschaft, sondern von allen bei Hannover 96, natürlich auch von den Fans. Ohne diese Fans wäre 96 nicht da, wo sie jetzt stehen und von diesen Fans kann auch in Sevilla viel rüberkommen.

Sie könnten ja auch sagen: Jeder muss selbst sehen, wie er hinkommt…

Ich bin großer 96-Fan seit 1978. Und als Fan fühle ich mich verpflichtet, so viel Gutes für den Verein zu tun, wie möglich. Vor zwei Jahren haben alle noch getrauert. Was dann entstanden ist, dieser tolle Fußball der letzten Saison, dieser Teamgeist – das beflügelt. Da will man einfach dabei sein.

Auch, weil es schon das vorerst letzte internationale Auswärtsspiel sein kann?

Schwerer hätte das Los wirklich nicht kommen können, es könnte tatsächlich schon das letzte Auswärtsspiel der Europa-League-Saison sein. Gerade das hat uns auch dazu bewogen, trotz aller Widrigkeiten ein Flugzeug zu chartern.

Welche Widrigkeiten?

Bis vorigen Freitag wussten wir ja nicht, wer der Gegner ist. Bis jetzt steht die Anstoßzeit noch nicht fest, wir wissen nicht, ob es Verlängerung und Elfmeterschießen gibt. Wir benötigen für alle Fälle eine Ausnahmegenehmigung, um trotz des Nachtflugverbots gleich nach dem Spiel zurückfliegen zu können. Und es ist Hauptreisezeit, da stehen die Flieger nicht leer in der Halle.

Wie chartert man ein Flugzeug?

Da braucht man schon einen Reise- und Flugfachmann. Ohne die riesige Unterstützung von Elmar Kriesten wäre es nicht gegangen, aber auch nicht ohne unsere große Leidenschaft für 96. Wir haben schon seit Mai Flugzeuge für bestimmte Flughäfen reservieren lassen. Es hätte ja auch Salzburg oder Brügge werden können.

Die Leidenschaft scheint nicht nur bei Ihnen groß zu sein. Knapp 526 Euro für ein Auswärtsspiel sind kein Pappenstiel, trotzdem war der Flieger schnell voll.

Viel günstiger war es wirklich nicht zu machen bei den vielen Komponenten: der fast 2500 Kilometer lange Flug, die Sondergenehmigung für den Nachtflug, einen vernünftigen Bustransfer zum Stadion und natürlich die Tickets. Und dann ist Hauptreisezeit. Im Oktober oder November hätten wir die Tour zum halben Preis anbieten können.

Wer fliegt mit?

Viele Geschäftsleute, die genau das wollen: kurz vor dem Spiel hin, Fußball schauen und gleich wieder zurück, damit sie am nächsten Tag wieder bei der Arbeit sind. Aber es sind auch Fans aus der Kurve dabei – es ist eine bunte Gruppe.



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