weather-image
13°

Es gibt viel zu bereden

Springe. Ein konsequenter Rücktritt sieht anders aus: Beim Training am vorigen Mittwoch hatte Ralf Rosenburg, bei den Handballfreunden Springe Coach der Damen und der A-Mädchen, seinen Spielerinnen mitgeteilt, dass er seinen Job wegen Differenzen mit dem Vorstand nicht weitermachen würde. Bei den Heimspielen beider Teams war er am Sonntag aber in der Halle. Bei der Partie der Damen saß er nur fünf Meter hinter der Bank, die Co-Trainerin Manuela Porcarelli betreute, bei den A-Mädchen auf der Tribüne – sein Rücktritt scheint eher ein Streik zu sein.

270_008_6725782_spo_rosi1.jpg

Es ist eine kuriose Geschichte, bei der es auch, aber wohl nicht nur, ums liebe Geld geht. Auslöser für Rosenburgs Ärger waren offenbar nicht erfolgte Zahlungen vom Verein für seine Trainertätigkeit. Die Spielerinnen baten daher am Mittwoch, nachdem Rosenburg ihnen seinen Rücktritt erklärt hatte, den Vereinsvorsitzenden Jürgen Trotte, der sich gerade im Klubheim aufhielt, dazu, um die Situation aufzuklären. Der klärte auf: Die Sache mit dem Geld sei ein Missverständnis und bereits behoben. Dennoch teilte Rosenburg am Freitag dem HF-Vize Matthias Herbst mit, dass er seine Trainertätigkeit vorerst ruhen lässt.

„Die Kommunikation nach unten hin funktioniert nicht im Verein“, kritisiert Rosenburg. So habe er etwa erst bei einer Jugendsitzung erfahren, dass er Koordinator für den weiblichen Jugendbereich sei. „Ich wurde gar nicht gefragt“, sagt Rosenburg. Er habe um Klärung gebeten, warte nun aber seit vier Wochen darauf, von Christian Ellmers angesprochen zu werden, der ja eigentlich der Koordinator für den gesamten Jugendbereich sei.

So ist es auch, bestätigt Trotte, Ellmers solle sich zunächst aber vor allem darum kümmern, den männlichen Jugendbereich aufzurüsten. „Natürlich wollen wir auch im weiblichen Bereich mehr tun, aber das können wir im Moment nicht leisten. Deshalb fühlt Ralf sich benachteiligt“, sagt der Vorsitzende und klingt leicht genervt: „Vor drei Monaten ist er schon mal zurückgetreten, da hatten wir das gleiche Theater.“

Wieviel Rückhalt Rosenburg an der Basis hat, ist unklar. Denn der langjährige Trainer der Mädchen, der bessere Kommunikation einfordert, gilt im Verein selbst nicht als derjenige, der Probleme offen anspricht. Bei einer Vorstandssitzung heute Abend, zu der Trotte auch Spielerinnen der Damenmannschaft eingeladen hat, soll das Thema geklärt werden. Gesprächsbedarf gibt es von allen Seiten offensichtlich zur Genüge…jab

Weiterführende Artikel
    Kommentare