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Ursula und Eduard Wutzke aus Springe

Erfolgreiche Spätstarter auf dem Parkett

Tanzen (jab). Früher haben Ursula und Eduard Wutzke gekegelt – aber in getrennten Mannschaften. Weil sie lieber etwas gemeinsam machen wollten, besuchten sie 1998 schließlich ihren ersten Tanzkurs. Große sportliche Ambitionen hatten sie damals nicht. Mittlerweile hat sich das geändert. Die Wutzkes sind derzeit Springes einziges Turnier-Tanzpaar. Für Blau-Gold Hannover haben sie es bei den Senioren III (ab 55 Jahre) mittlerweile in die B-Klasse Standard, die dritthöchste Stufe im Turniertanz geschafft – und der Ehrgeiz hat sie gepackt.

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„Die A-Klasse schaffen wir noch“, sagt Eduard Wutzke. Darüber kommt nur noch die Sonderklasse S, „ob es dafür reicht, wissen wir noch nicht“. Bei den Senioren III wird es schwer. Denn nur ein Tänzer jedes Paares muss mindestens 55 Jahre alt sein. Wutzke ist 69 – seine Konkurrenten sind zum Teil also 14 Jahre jünger. Das macht sich bemerkbar: „Man braucht eine gute Kondition“, sagt Eduard Wutzke. Pro Turnier sind meistens zwei, manchmal drei Runden à fünf Tänze zu absolvieren.

In der Tanzschule war es weniger anstrengend. „Wir haben fröhlich vor uns hingetanzt“, sagt Ursula Wutzke. Weil sie gerne das Tanzsportabzeichen machen wollten, traten sie 2001 in die Tanzsportabteilung des WSV Bennigsen ein. So kamen sie auch zu ihren ersten Breitensport-Turnieren. „Die werden aber immer weniger“, sagt Ursula Wutzke. Also machten sie den nächsten Schritt und wechselten zu Blau-Gold. Angelockt wurden sie von den Springern Heidi und Günter Meywerk, die bis 2005 ebenfalls für Blau-Gold in den höchsten Seniorenklassen Erfolge feierten.

Drei Jahre ist das her. Damals, sagen sie, hätten sie noch gestaunt, wenn sie den Tänzern in der B-Klasse zugesehen hätten. „Jetzt sind wir ganz gut angekommen“, sagt Eduard Wutzke. „Wir merken mittlerweile, woran es liegt, wenn wir schlechte Noten bekommen“, ergänzt seine Frau. Dreimal in der Woche fahren die beiden zum Training nach Hannover. Das geht auch ins Geld. „Wir nehmen Privatunterricht“, sagt Eduard Wutzke, „das Gruppentraining bringt uns schon in der B-Klasse nicht mehr weiter.“

Der ganze Aufwand zahlt sich aus. Dritte sind die Wutzkes bei der diesjährigen Landesmeisterschaft geworden. Nur ein halber Wertungspunkt fehlte zum zweiten Platz. Im Schnitt 25 Turniere tanzen die Springer pro Jahr, dafür reisen sie bis nach Kiel und Hamburg, „in der Umgebung gibt es leider nicht viel“, sagt Ursula Wutzke. Im kommenden Jahr werden es vielleicht ein paar weniger. Denn zum Aufstieg in die A-Klasse fehlen nicht mehr viele Platzierungen und Punkte. Vor September wollen sie es aber nicht schaffen, „denn bei den nächsten Landesmeisterschaften wollen wir noch in der B-Klasse tanzen“, sagt Eduard Wutzke.

Langsamer Walzer und Tango sind die Lieblingstänze der Wutzkes. Auch den schnelleren Wienerwalzer tanzen sie gerne, „der ist aber immer etwas stokelig“, sagt Eduard Wutzke. Eine gewisse Musikalität sei eben Voraussetzung fürs Tanzen, sagt seine Frau. „Die habe ich ja“, so Wutzke lachend, „aber in meinem eigenen Takt.“



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