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Nicolas Glotz verbringt seinen Urlaub in einer Fußballschule

Entwicklungshilfe im Reich der Mitte

Das wird mal ein ganz anderer Urlaub für Nicolas Glotz. Statt mit der Familie an die See reist der Mittelfeldspieler vom SV Mittelrode in diesem Jahr alleine fast um die halbe Welt: I

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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

VÖLKSEN.

Am Donnerstag, 7. Juli, geht die Reise los nach Heshan, ganz im Süden von China. Wenige Tage später beginnen dort die Schulferien – und damit die Arbeit von Glotz. Er hilft dort in der „Greenworld Football Academy“, die mit der Fußballschule von Hannover 96 kooperiert.

Cheftrainer der Academy ist der ehemalige 96-Profi Carsten Kruse. Der hatte Mitte Mai per Facebook Fußballer gesucht, die ihn bei insgesamt sechs Camps in den Sommerferien unterstützen – Glotz gehörte zu denen, die sich gemeldet haben.

Genau weiß er allerdings noch nicht, was auf ihn zukommt. Dass die Fußballschule nagelneue Kunstrasenplätze besitzt, weiß er aus dem Internet. „Das ist schon was anderes als in Mittelrode“, sagt er lachend.

Dass montags bis freitags je zwei Trainingseinheiten am Tag stattfinden, hat er auch in Erfahrung gebracht. „Die Wochenenden sind auch frei, ich habe also auch Freizeit, um ein bisschen was vom Land zu sehen“, sagt der 41-jährige Völksener.

Er freut sich auf das Abenteuer. „Das wird eine super Erfahrung“, ist er überzeugt, „so weit weg war ich noch nie.“

Erfahrung als Coach hat Glotz bislang kaum – und als Fußballer in der 4. Kreisklasse ist er auch nicht eben die typische Besetzung für einen Trainerposten in einer Fußballschule. „Es geht ja vor allem darum, den Kindern Spaß zu vermitteln“, sagt der zweifache Familienvater. „Und in jüngeren Jahren habe ich ja auch schon höher gespielt.“ Mit Anfang 20 spielte er für Weetzen und Gehrden in der Bezirksliga. In der Jugend in Magdeburg, von wo er stammt, sogar noch höher.

Drei Wochen bleibt er in China, ist also bei drei Camps dabei. Den Spaß am Fußball will er Kindern auch nach seiner Rückkehr vermitteln – als Trainer der neuen gemeinsamen G-Juniorenmannschaft von SC Völksen und SC Bison Calenberg Fußball-Boom: China will zu einer neuen Größe im internationalen Fußball werden. Dieses Ziel hat sich der chinesische Fußballverband in einem Aktionsplan gesetzt. Bis 2020 soll für 30 Millionen Schüler an Grund- und Mittelschulen regelmäßig Fußball auf dem Lehrplan stehen.

20 000 Schulen sollen bis dahin auf Fußball spezialisiert sein. Zudem sollen im ganzen Land 70 000 Fußballfelder entstehen. Bis 2050 soll das Land schließlich zu einer „Top-Fußballnation“ aufsteigen.

Obwohl chinesische Fans großes Interesse an dem Sport haben und Vereine seit Jahren Millionen für ausländische Stars ausgeben, kann Chinas Nationalmannschaft international noch nicht mithalten. Die Herrenmannschaft konnte sich bisher nur 2002 für die Endrunde einer Weltmeisterschaft qualifizieren.dpa

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