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Die Handballfreunde schaffen den Aufstieg in die 2. Liga

Endlich drin!

Dresden. Sonnabend, 23. Mai, 16.35 Uhr – das ist der Moment, in dem der größte Erfolg in der Geschichte der Handballfreunde Springe perfekt ist: der lang ersehnte Aufstieg in die 2. Liga. Das zweite Spiel der Relegationsrunde in Dresden zwischen Eintracht Hagen und Gastgeber HC Elbflorenz wird in diesem Augenblick abgepfiffen. Der West-Vizemeister schlägt den Ost-Zweiten nach einem dramatischen Spiel 27:26. Weil die Springer im ersten Spiel des Tages einen 25:19-Sieg gegen Elbflorenz gefeiert haben, stehen sie gemeinsam mit Hagen als Aufsteiger fest.

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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Von jetzt an gibt es kein Halten mehr. Am Spielfeldrand fallen sich die Springer Spieler jubelnd in die Arme, auf der Platte die Hagener. Kurz darauf tanzen beide Teams gemeinsam im Kreis und skandieren: „3. Liga war schön – es ist Zeit für uns zu geh’n!“ Mit den Fans beider Lager machen sie die „Humba“, die Dresdner sind längst traurig und frustriert in die Kabine geschlichen.

In die Katakomben verlagert sich nun auch die Springer Party. Manager Dennis Melching verteilt Aufstiegs-T-Shirts. Fabian Hinz rasiert Maximilian Schüttemeyer den Schädel – später verlieren auch Marius Kastening und Slava Gorpishin noch ihre Haare. „Nur blöd, dass wir nochmal ranmüssen“, sagt HF-Rechtsaußen Nils Eichenberger, „wir würden lieber gleich richtig feiern.“

Es hilft aber nichts. Das sinnlose dritte Spiel zwischen Hagen und Springe muss ausgetragen werden. Es wird definitiv nicht der erste Test für die kommende Saison, sondern eine Zirkusnummer, in der Eichenberger zwischendurch mit Hagens Jan Wilhelm das Trikot tauscht. Das überflüssigste Spiel der Saison endet 40:40 – so wie es die Trainer Sven Lakenmacher und Lars Hepp in der Halbzeit vereinbart haben. Die Dresdner bauen mittlerweile schon die Werbebanden ab. Getränke für die Gästeteams gibt es nicht mehr, sogar das mitgebrachte Bier, das an der Springer Spielerbank steht, wird vom Sicherheitsdienst konfisziert. Dresden macht den Eindruck des schlechten Verlierers. „Es ist aber auch bitter, wenn man die entscheidenden Spiele zu Hause verliert, das kennen wir von vor drei Jahren gegen Tarp“, sagt HF-Pressesprecher Jens Buchmeier.

Fast wäre es ein Spiel geworden, in dem es noch um etwas geht. Denn in der zweiten Partie des Tages hielt Dresden den Strohhalm bis zum Schluss in der Hand. Abgekämpft von der Auftaktpartie gegen Springe gingen sie in die Begegnung gegen Hagen. Die Eintracht führte schnell 2:0, Elbflorenz brach aber nicht ein, sondern mobilisierte bis zum Schluss alle Kräfte. Anders als gegen Springe trafen die Gastgeber jetzt aus dem Rückraum, vor allem Tjark Desler. In der Schlussphase machte auch Toptorjäger Alexander Matschos, der bis dahin kaum gespielt hatte, wichtige Tore. Sekunden vor dem Ende kam Rechtsaußen Lars Bastian frei zum Wurf – es hätte das 27:27 sein können. Springe hätte auch das zum vorzeitigen Aufstieg gereicht, Hagen nicht. Eintracht-Keeper Almantas Savonis hielt jedoch – und die Party konnte beginnen.

Die Springer hatten dafür im ersten Spiel hart arbeiten müssen. Sie lieferten sich vor 600 Zuschauern – knapp 200 aus Springe, nochmal fast so viele aus Hagen – eine wahre Abwehrschlacht mit Elbflorenz, hatten allerdings eine schwache Angriffsquote. Auch den Dresdnern fehlte die Durchschlagskraft aus dem Rückraum, zudem unterband Springe fast alle Anspiele an den Kreis. „Wir haben zum richtigen Zeitpunkt die beste Abwehrleistung der Saison abgerufen. So stelle ich mir eine 6:0-Deckung vor“, sagte Lakenmacher stolz. Zur Pause stand es 11:11. Springe setzte sich danach auf 19:16 ab (40.), Dresden glich zum 19:19 aus (46.). Die Handballfreunde ließen sich nicht aus dem Konzept bringen – schon oft in dieser Saison hatten sie Vorsprünge verspielt und doch gewonnen. „Irgendwann ist das in den Köpfen – die Jungs glauben an sich“, so Lakenmacher. Bis zum Abpfiff ließen sie keinen Gegentreffer mehr zu. Torwart Ariel Panzer, der überraschend 60 Minuten durchspielte – Wendland kam nur bei einem Siebenmeter zum Einsatz – nagelte den Kasten regelrecht zu. „Es war eine Kopfentscheidung, ihn zu bringen“, so Lakenmacher, „er hat Erfahrung und Dresden hatte ihn nicht auf der Rechnung.“

Nach dem klaren Sieg standen die HF mit einem Bein in der 2. Liga und konnten bei der Partie zwischen Hagen und Elbflorenz entspannt zuschauen. Am Ende des Spiels hielt es sie vor Spannung zwar kaum auf den Sitzen – doch dann wurde gefeiert: erst in der Halle, später im Bus – und am Sonntag im Vereinsheim.



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