weather-image
13°

„EM sorgt nicht für große Aufmerksamkeit“

Bakede. Frank Schönemeier ist Landestrainer am Stützpunkt des Niedersächsischen Tischtennis-Verbandes (TTVN) in Hannover. Zurzeit weilt der Bakeder mit dem D-Kader beim Lehrgang in Osnabrück. Dort verfolgte er mit den Talenten am Internet auch das EM-Mannschaftsfinale, das mit dem historischen deutschen Doppeltriumph endete. Einen Tischtennisboom erwartet Schönemeier jetzt aber nicht. Warum, erklärt er im Interview mit Jan-Erik Bertram.

270_008_6655233_spo_Frank_Schonemeier_2013_HP.jpg

Wie groß war der Jubel bei Ihren Talenten, nach den Siegen der deutschen Teams in Österreich?

Das Finale der Damen haben wir nicht gesehen, da haben wir noch trainiert. Bei den Herren ging es. Sie waren ja der Favorit, auch ohne Timo Boll. Da waren eher alle etwas überrascht, dass Dima Ovtcharov im letzten Match Schwierigkeiten hatte.

Ovtcharov und Ruwen Filus stammen vom niedersächsischen Stützpunkt – rücken weitere Talente nach?

270_008_6655748_spo_Ovtcharov_dpa.jpg
  • In Hannover ausgebildet: Dimitri Ovtcharov. dpa

Wir haben immer gute Talente, aber in die Herren-Nationalmannschaft schafft man es nicht so leicht – es ist immerhin die zweitbeste hinter China. Nils Hohmeier aus Celle ist Deutscher Schülermeister, aber ob er es mal in die Nationalmannschaft schafft? Das kann man erst am Ende der Jugendzeit absehen.

Glauben Sie, der EM-Triumph kann einen Tischtennis-Boom auslösen?

Eine EM sorgt leider nicht für so große Aufmerksamkeit, speziell im Fernsehen. Ein deutscher Olympiasieger – das hätte eher Auswirkungen. Wenn wir an der Basis die Möglichkeiten schaffen und eine Identifikationsfigur haben, dann kann ein Boom ausgelöst werden.

An der Basis wird über das Frauenteam diskutiert, das überwiegend aus gebürtigen Chinesinnen besteht.

Mir fällt es auch schwer, mich mit dem Team zu identifizieren – das ist aber meine persönliche Meinung und nicht die des TTVN. Nicht falsch verstehen: Ich habe überhaupt nichts gegen die Spielerinnen, aber sie haben nicht in Deutschland das Tischtennisspielen gelernt, anders als zum Beispiel Dima, der als Einjähriger nach Deutschland kam. Chinesinnen spielen aber nicht nur in Deutschland. Wir hatten ja in jedem Spiel eine gebürtige Deutsche dabei. Beim EM-Finale 2009 zwischen den Niederlanden und Polen standen fünf Chinesinnen und eine Russin am Tisch.

Weiterführende Artikel
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Telefon: 05041 - 78934
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Anzeigenberater
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Angebote (Online): Aboshop
    Abo-Service (Telefonisch): 05041 - 78921

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt