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Eine Medaille zum Anbeißen

ELDAGSEN. Gemeinsam mit den Französinnen sind die deutschen Rollhockey-Damen von den World Roller Games in China zurückgeflogen. Welche Prämie die Deutschen für ihren dritten Platz bei der WM bekämen, wollten die Frauen aus dem Nachbarland wissen.

Kim Alina Henckels (v. l.), Anna Hartje und Britt-Stina Johansson präsentieren ihre Bronzemedaillen. Foto: Bertram
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Anna Hartje, Britt-Stina Johansson und Kim-Alina Henckels vom SC Bison Calenberg können die Anekdote mit einem Grinsen erzählen. Sie haben nicht nur jede Menge Zeit investiert, sondern auch Geld, einen Teil der Reisekosten nach China mussten sie selbst tragen – aber der Aufwand hat sich gelohnt: Deutschland holte hinter Spanien und Argentinien Bronze – und das Bison-Trio strahlt selbst nach der anstrengenden, fast 30-stündigen Rückreise noch um die Wette vor Glück.

Montagfrüh sind sie in Frankfurt gelandet, am Abend gab’s eine Einladung vom Bison-Vorstand, am Dienstag waren sie schon wieder in der Schule oder am Arbeitsplatz. Ruhm und Ehre, geschweige denn Geld, sind in der Randsportart Rollhockey in Deutschland nicht zu erwarten. „Es gibt wohl noch eine Ehrung vom Verband“, sagt Henckels. Das war’s. „Aber vielleicht bringt es ja für unsere Sportart was“, hofft Hartje – die vereine schließlich so ziemlich alles, was eine Sportart attraktiv macht: „Kraft, Tempo, Technik, Taktik.“

Die Deutschen waren mit einem 0:7 gegen Weltmeister Spanien ins Turnier gestartet. „Wir hatten zu viel Respekt“, so Johansson. Es folgte ein 3:3 gegen Frankreich und ein 27:0 gegen die USA. „Dafür haben wir uns bei den Amerikanerinnen entschuldigt“, sagt Hartje. Spaß habe es nicht gemacht, beteuerte auch Henckels – die Deutschen brauchten aber einen so hohen Sieg, um Gruppenzweiter zu werden.

Im Viertelfinale gegen Italien gab es ein 3:0, im Halbfinale gegen Argentinien war Deutschland beim 1:6 chancenlos – drehte aber im kleinen Finale gegen Chile noch einmal auf und holte durch ein 3:0 Bronze. Alle drei Bison-Spielerinnen machten wichtige Tore: Hartje gegen Frankreich, Henckels gegen Italien, Johansson gegen Chile. Und: „Alle haben viel spielen können, es war keine dabei, die nur zwei Minuten Einsatzzeit hatte“, so Hartje, „die Vorbereitung hat sich für alle gelohnt.“

Kurios: Erst nach den Frauen-Finals wurden die World Roller Games offiziell eröffnet. „Weil dann erst alle Teilnehmer da waren“, erklärt Johansson. Die Eröffnungsfeier hatte es dafür in sich: „Wahnsinn, wie viele Menschen sie dafür mobilisiert haben“, schwärmt Hartje. Olympisches Flair sei zudem im Hotel aufgekommen bei den Begegnungen mit Sportlerinnen und Sportlern aus anderen Ländern.

Die Rollhockeyspiele fanden dafür meist vor leeren Rängen statt. „Das ist in China nicht populär“, sagt Hartje. Bei den nächsten World Roller Games dürfte das anders sein. Die finden in Barcelona statt, im Land des Weltmeisters. „Das wollen wir auf jedem Fall mitnehmen“, sagt Henckels.

Für die deutschen Herren ist der Medaillentraum ausgeträumt. Auch das dritte Vorrundenspiel gegen Chile ging mit 3:7 verloren – Bison-Torjäger Milan Brandt erzielte seinen dritten Doppelpack. Als Vierter der WM-Gruppe spielen die Deutschen nun im unterklassigen FIRS-Cup weiter. Nächster Gegner ist morgen Macao.



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