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Reit- und Fahrstall Tidow beeindruckt in der ländlichen Reiterei

Eine intakte Gemeinschaft

Die ländliche Idylle im Calenberger Land spiegelt sich allerorten wider. Ein besonderes Beispiel im Ort ist der Reit- und Fahrstall Tidow. Seit vielen Jahren nun schon entwickelt sich diese Gemeinschaft zu einem Hort der sportlichen Betätigung auf dem Sektor des Reitsports.

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VON DIETER GÖMANN

BOITZUM. Jüngstes Beispiel hierfür war die erfolgreiche Teilnahme am zweitägigen Dressurturnier des Reit- und Fahrvereins Springe. Als heimliche Teamchefin fungierte dabei Christin Tidow, die in besonderer Weise ihre Nichte Lale Marie Helmke (7) und ihren Neffen Mattes Helmke (12) unter die Fittiche genommen hatte.

„Und, Lale-Marie, denke daran, schön aufrecht sitzen und locker bleiben“, gab sie der Siebenjährigen beim Einreiten in das Dressurviereck in der Reithalle mit auf den Weg. Die junge Reiterin hat die Ansage befolgt, und bei der Siegerehrung war die Freude riesengroß. Lale Marie hatte im Pony-Reiterwettbewerb mit 7,1 Punkten gewonnen. Bruder Mattes kam in der zweigeteilten Prüfung mit 6,9 Punkten auf den vierten Platz.

Zufrieden waren nicht nur die Eltern, sondern auch der Großvater Georg Tidow, der von der Tribüne aus in der Reithalle das Geschehen verfolgt hatte und mit allen Tidows um die Wette strahlte.

Der Senior des landwirtschaftlichen Betriebes in Boitzum gilt als Macher der ländlichen Reiterei vor Ort. „Mein Herz hat von Anbeginn für die Reiterei geschlagen. Und ich habe es meinen Kindern ins Stammbuch geschrieben, diesen Weg fortzugehen und die Landwirtschaft und Reiterei stets im Auge zu behalten“, so Georg Tidow im Gespräch mit dieser Zeitung. Und weiter: „Es soll keines meiner Kinder auf den Gedanken kommen, den Betrieb zu veräußern – dann gibt es großen Ärger, der nicht ohne Folgen bleibt.“

Die Sorge braucht der Senior nicht zu haben. Sohn Mark führt in zweiter Generation den landwirtschaftlichen Betrieb und hat sich seine Schwester Christin als ausgebildete Pferdewirtschaftsmeisterin ins Boot geholt Beide haben das Sagen auf dem Hof Tidow.

Christin gehörte der Sportkompanie der Bundeswehr in Warendorf an und qualifizierte sich dort zum Pferdewirt. Nach ihrer Ausbildung war sie zwei weitere Jahre als Bereiterin bei Andreas Dibowski, einem erfolgreichen Vielseitigkeitsreiter in Döhle, beschäftigt.

Für ihr sportliches Weiterkommen zählen Herbert Rathgeber, ehemaliger Reitlehrer beim Reit- und Fahrverein Springe, und Fritz Fricke (Pattensen) besonders in der Dressur zu ihren Trainern. Damit aber nicht genug – auch die Vielseitigkeit, die ihr Schwerpunkt ist – und das Springen liegen ihr am Herzen.

Verständlich, dass Christin Tidow auch an diesem Wochenende beim Springturnier des Reit- und Fahrvereins Springe an den Start gehen wird. Sie sattelt am Sonntag bei der Springprüfung Kl. M* ihr Pferd Grief Away. Morgen startet sie beim Vielseitigkeitsturnier in Rüspel bei Bremen.

Großen Wert legt Tidow auf die Feststellung, dass der Reitstall sich als eine harmonische, gewachsene Gemeinschaft versteht und deshalb kein Verein im herkömmlichen Sinn ist. „Das macht den Reiz aus und ist praktisch unser Erfolgsrezept. Wir verfügen über rund 200 Mitglieder im Reitstall aus Boitzum und der Umgebung“, betont Christin Tidow. Und diese Entwicklung soll weitergehen.

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