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Orthopäde Dr. Hasso Krauff seit zehn Monaten „ein Däne“ / Sein Herz schlägt für danish dynamite

„Ein Unentschieden fände ich sehr schön“

Fußball. Die große Fangemeinde der deutschen Fußball-Nationalmannschaft geht davon aus, dass das DFB-Team morgen Abend bei der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine im letzten Vorrundenspiel gegen Dänemark einen Sieg erringen wird. Es gibt aber einen Deutschen, der davon spricht, „ein Unentschieden für Dänemark fände ich sehr schön.“

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Autor:

Dieter Gömann

Kein geringerer als der Springer Orthopäde Dr. Hasso Krauff spricht im Konjunktiv, was den Spielausgang im ukrainischen Lwiw (Lemberg) angeht. Er fügt aber gleich hinzu, „dass ich auf einem 2:1-Sieg für Deutschland tippe.“

Warum die zwei Herzen in einer Brust? Nun, der Springer Orthopäde ist seit August vergangenen Jahres in seinem Beruf in Dänemark tätig. „Ich arbeite im Wirbelsäulenzen-trum für die Region Süd-Dänemark in Sønderborg. Die Diagnose und Behandlung von Wirbelsäulenverletzungen sowohl operativ als auch nicht operativ sind mein Betätigungsfeld. Daneben bin ich einmal in der Woche in der Sportambulanz für Rücken- und Wirbelsäulenerkrankungen in Middelfart tätig“, so Krauff. Er ist übrigens sehr froh darüber, dass es bei seinem ehrenamtlichen Engagement für die Handballfreunde Springe einen so gleitenden Übergang zu seinem Nachfolger, dem Orthopäden Peter Neiseke gegeben hat.

Das Interesse der Dänen an der Fußball-Europameisterschaft hält sich nach Krauffs Worten in Grenzen. „Wir haben in Sønderborg vor dem Rathaus auch Public Viewing, und ein paar Autos sind mit der dänischen Fahne geschmückt, aber ansonsten hält sich der Hype im Rahmen. Hier vor Ort sind Handball und Eishockey mit Erstligavereinen höher im Kurs als Fußball.

Dennoch, die Erinnerung an 1992 mit dem überraschenden Titelgewinn im Finale gegen Deutschland, als Dänemark nachgerückt war für das suspendierte Jugoslawien, seien jetzt wieder bei vielen Dänen gegenwärtig. Krauff hatte sich von seinen Kollegen erzählen lassen, dass ein Däne mit dem Fahrrad an die deutsche Grenze gefahren ist und dem Zollbeamten ein Hähnchen überreichte mit den Worten „das Stück ist aus eurem deutschen Adler.“

„Die Dänen sind hoffnungs- und erwartungsfroh und optimistisch gestimmt, was das Spiel morgen Abend angeht. Eine Überraschung wie 1992 werde nicht erwartet,, aber über ein Remis würden sich alle sehr freuen.“

Krauff wird von vielen Dänen angesprochen, die ihm sagen, dass Deutschland eine starke Mannschaft habe. „Mein Herz schlägt für Dänemark. Das ist ein ganz normaler Reflex, wenn man hier so freudig aufgenommen wird. Im übrigen habe ich grundsätzlich ein Herz für die kleineren Nationen.“ Die Dänen seien sehr deutschfreundlich, fair und sportlich gut eingestellt. Mit einem Augenzwinkern meinten seine Kollegen, „jetzt geben wir euch eins – aber Favorit seid ihr trotzdem.“ Die dänischen Kommentatoren und die Medien würden Deutschland gleichfalls als Favorit sehen.

Und was sagt der Rest der Familie Krauff? „Mein Sohn Moritz (16), der in Dänemark in einem Internat lebt, ist ganz klar für Dänemark. Mein Jüngster, Erik (14), glaubt an ein Remis, und meine Frau ist eindeutig für Deutschland und setzt auf Sieg.“



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