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Zwischen New York, Berlin und Springe: Jack Ido vom SC Bison jettet um die Welt

Ein Schauspieler und Model auf Rollschuhen

Rollhockey. Weihnachten verbringt Jack Ido in New York City mit der Familie seiner Frau Neifa. Erst vor wenigen Wochen haben die beiden geheiratet, die Flitterwochen haben sie in Miami verbracht. Geboren wurde Ido vor 30 Jahren in Angola, seit 2008 hat er einen deutschen Pass, sein Hauptwohnsitz ist Berlin. Ido führt ein Leben zwischen den Metropolen, aber regelmäßig macht er auch seine Abstecher aufs Land südlich von Hannover – seit zwei Jahren spielt er Rollhockey bei Zweitligist SC Bison Calenberg.

Multitalent: Jack Ido im Rollhockey-Einsatz für den SC Bison Calenberg,...

Autor:

Jan-Erik Bertram

Freitags vor den Punktspielen kommt er meistens aus Berlin, die lange Anfahrt nimmt er gern in Kauf. „Wenn man Rollhockey liebt, spielt das keine Rolle“, sagt er. Als gebürtigem Angolaner fällt es ihm nicht schwer, Rollhockey zu lieben. Was hierzulande eine Randsportart ist, ist in dem ostafrikanischen Staat ausgesprochen populär. „Da verdienen Jugendliche sogar schon etwas Geld mit Rollhockey“, sagt Ido, der als 16-Jähriger sein Heimatland verließ. „Ich war auf der Suche nach Frieden“, sagt er, „es war nicht leicht, ein Teenager zu sein in einem Kriegsgebiet.“ Über Portugal kam er nach Deutschland.

Er schloss sich dem HSV Krefeld an, wo er aber nur trainierte, weil seinerzeit pro Team nur zwei Ausländer spielen durften – die beiden Stellen waren aber schon besetzt. Er wechselte nach Chemnitz, „das war wegen meiner Hautfarbe aber nicht passend“, sagt er. Über Berlin kam er zum SC Bison – und ist glücklich in Springe: „Wir werden immer besser. Ich will dabei sein, wenn wir aufsteigen. Das wäre ein historischer Moment.“

Allerdings ist nie so ganz klar, ob er spielen kann. Denn durch seinen Beruf ist er in der ganzen Welt unterwegs, meistens in den USA. Ido ist Model. „Hauptsächlich bei Modenschauen“, sagt er, aber regelmäßig auch bei Fotoshootings, etwa für Calvin Klein. Und er machte an der New York Film Academy eine Ausbildung zum Schauspieler, wirkt regelmäßig in kleineren Produktionen mit.

...als Model...
  • ...als Model...
...und als frisch gebackener Ehemann mit Gattin Neifa.
  • ...und als frisch gebackener Ehemann mit Gattin Neifa.

Eine New Yorker Agentur vermittelt Ido, der eigentlich Joaquim heißt, sich aber Jack nennt, weil es für Amerikaner leichter auszusprechen ist, seine Aufträge. Dort lernte er auch seine Frau kennen – ebenfalls ein Model. „Wo wir leben werden, wissen wir noch nicht genau“, sagt Ido. Auch bei der Frage, wo Heimat für ihn sei, muss er überlegen. „Zu Angola habe ich jedenfalls keine Verbindung mehr, seit meine Eltern vor sechs Jahren gestorben sind“, sagt er. Zumal auch die meisten seiner neun Geschwister in Europa leben würden. Gemeinsame Weihnachten gibt es seit dem Tod der Eltern nichts mehr, deshalb bedeute ihm das Fest auch nicht mehr viel, sagt Ido. „Vielleicht wieder, wenn wir Kinder haben“, sagt er.

Rollhockey spielt er übrigens auch immer mindestens einmal, wenn er in New York ist. Dann trainiert er bei den Utica Thunderbirds. Die Anfahrt von Manhattan dauert allerdings knapp vier Stunden – kein Wunder, dass ihm die Fahrten von Berlin nach Springe nichts ausmachen.



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