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Ein Bison-Talent für Deutschland

ELDAGSEN. 25 Jahre ist es im Frühjahr her, dass die Rollhockey-Damen des SC Bison Calenberg in Brasilien Weltpokalsiegerinnen wurden. Sandra Moss gehörte damals zum Team. Heute heißt sie mit Nachnamen Klein und ist längst nicht mehr aktiv – dafür ist ihr Sohn Rick auf dem besten Weg, in ihre Fußstapfen zu treten.

Rick Klein hofft auf seine ersten Einsätze im Nationaltrikot beim internationalen Jugendturnier in der Schweiz Ende März. Fotos: Bertram
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Der 12-Jährige wurde in den Kader der U15-Nationalmannschaft berufen.

Fünf Jahre ist es her, dass Rick zum ersten Mal den Schläger in die Hand nahm. Damals stand seine Mutter bei einem Ehemaligen-Turnier noch einmal auf Rollschuhen. „Ich fand das cool, da wollte ich es auch ausprobieren“, erinnert sich der Blondschopf, der an der KGS in Pattensen die sechste Klasse besucht.

Vor einem Jahr wurde Rick Klein zum ersten Mal zu einem Sichtungslehrgang eingeladen. Zwei seiner Teamkollegen aus dem U15-Team der Bisons fuhren damals mit, doch nur Rick überzeugte so, dass er sich für die nächste Stufe qualifizierte. Im November und Januar folgten weitere Lehrgänge und mittlerweile steht fest: Er gehört zum 18er-Kader von U15-Bundestrainer Hans-Werner „Alfredo“ Meier. Anfang Februar steht das nächste Trainingslager an, im März dann das internationale Jugendturnier in Wimmis/Schweiz, wo er wohl erstmals das Nationaltrikot tragen wird.

In der Abwehr fühlt der Zwölfjährige sich am wohlsten. Fotos: Bertram

„Die Rückhand soll ich noch mehr üben, hat der Trainer gesagt“, berichtet Rick von den letzten Lehrgängen. Er ist ein echter Teamplayer. Das Toreschießen ist ihm nicht so wichtig, „mir macht es in der Abwehr am meisten Spaß, wenn ich der letzte bin, der den Ball noch abfangen kann“, sagt der 12-Jährige, der in der D-Jugend des FC Eldagsen auch Fußball spielt. Offenbar so gut, dass auch der JFV Calenberger Land schon auf ihn aufmerksam geworden ist.

Vorerst spielt Rollhockey aber die erste Geige in seinem Sport-Alltag. Dabei war es anfangs gar nicht so leicht im Nationalteam. Denn die Bisons spielen in der Ost-Liga, die meisten Spieler kommen aber aus Nordrhein-Westfalen, „die kennen sich alle“, sagt Sandra Klein. Beim letzten Lehrgang übernachteten die Spieler deshalb gemeinsam, „denn die Verantwortlichen der Nationalmannschaft legen viel Wert darauf, dass sich alle gut kennen“, so Sandra Klein. Mittlerweile stehe ihr Sohn in gutem Kontakt mit den West-Kollegen aus der Nationalmannschaft – WhatsApp macht’s möglich.

Dass Rick Klein es in die Nationalmannschaft geschafft hat, ist angesichts der Bedingungen in Eldagsen fast ein kleines Wunder. „Wir haben keine Hallenzeiten zwischen 16 und 20 Uhr“, sagt der Bison-Vorsitzende Klaus Johansson, „für die Jugendarbeit ist das tödlich.“ Nur donnerstags kann der SCBC nachmittags in die Eldagsener Grundschulhalle – zwischen 14 und 16 Uhr. Rick Klein kann dann nicht trainieren, weil er erst spät aus der Schule kommt.

Bleibt dem Nachwuchs nur der Sonntag zum Training, „da trainieren aber alle Jahrgänge von U11 bis U17 gemeinsam“, sagt Johansson. Die U17-Spieler trainieren bereits bei den Herren mit, „aber für die Zukunft ist das eigentlich nicht tragbar“, so der SCBC-Vorsitzende.

Die Bisons hatten einst alle Altersklassen ab U9 mit eigenen Teams besetzt – bis die eigene Halle in Springe 2011 abbrannte. Jetzt muss der SCBC sich die Halle mit den anderen Eldagsener Vereinen teilen. „Wir hangeln uns durch“, sagt Johansson. Die U15 ist das einzige eigene Jugendteam, das die Bisons noch haben, die anderen Jahrgänge sind als Gastspieler beim RSC Harz dabei



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