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Drei Springer kicken im Ü-60-Team von Hannover 96

SPRINGE. Sie haben das Rentenalter fast erreicht, zum Teil sogar schon überschritten. Und trotzdem stehen sie noch auf dem Fußballplatz – und das nicht nur zum Zuschauen. Die Ü60-Senioren von Hannover 96 treffen sich einmal in der Woche zum Training - auch drei Springer gehören dazu.

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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Sie erhielten erst im Sommer sogar allesamt einen persönlichen Glückwunsch-Brief Martin Kind: „Unglaublich. Ich gratuliere Ihnen. Ich bin stolz auf Sie und die Mannschaft. Sie haben Hannover 96 würdig vertreten“, schreibt der Präsident der „Roten“ in den Brief, den Hans Krämer stolz präsentiert. Krämer (78) aus Völksen und Namensvetter des Torwarts der 1954er-Meistermannschaft von 96, ist einer der drei Springer. Gerd Lange (66) und Stefan Schapitz (61) sind die anderen beiden.

Ihr Team trat im Sommer kurzfristig bei der Ü60-Niedersachsen-Meisterschaft an – und wurde überraschend Zweiter. „Es macht schon Spaß“, sagt Krämer, „wir halten uns noch gut.“ Zum Profi hatte er es nie gebracht, weil er sich früh für den Beruf entschied. Dennoch kam er viel herum mit Hannover 96. Er saß im Ehrenrat des Vereins, organisierte jahrelang die Traditionself. „Ich werde immer ein Roter bleiben, selbst wenn sie in der Kreisklasse spielen würden“, sagt Krämer.

Auch Lange, ein gebürtiger Springer, der seit Jahren in Fuhrberg lebt, war nie Profi. Im Gegensatz zu Stefan Schapitz. Der spielte zu DDR-Zeiten für Leipzig in der Oberliga, zog nach der Wende nach Springe. „Ich habe ihn mal zum SC Völksen zu den Alten Herren gelotst“, erzählt Krämer, „und als die sich aufgelöst hatten, zu 96.“

Die 96-Oldies würden gerne mehr Partien bestreiten, am liebsten Punktspiele, „aber es gibt nicht genügend Teams für eine Liga“, sagt Krämer. Also bestreitet die Mannschaft überwiegend Freundschafts- und Repräsentationsspiele. Und eben die Niedersachsenmeisterschaft. Die steigt im kommenden Jahr beim amtierenden Meister Lilienthal. „Das Hotel ist schon gebucht“, sagt Krämer.

Besser vorbereitet als in diesem Jahr werden die Hannoveraner in jedem Fall sein. „Es war richtig viel Arbeit, kurzfristig alle Pässe zu kriegen“, so Krämer. Als Gastspieler hatte 96 kurzfristig Eugen Gehlenborg, den Präsidenten des Norddeutschen Verbands, gewonnen. „Du kannst ja nicht mehr 60 Minuten durchlaufen in unserem Alter“, sagt Krämer, „deshalb muss jede Position doppelt besetzt sein.“ Nach dem Turnier seien alle „kaputt wie Hund“ gewesen. „Aber das gehört dazu.“

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