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Handballfreunde trennen sich von Trainer Lakenmacher / „Die Ergebnisse haben nicht gestimmt“

Die Mechanismen des Geschäfts

Springe. „Eine klare Positionierung“ hatte sich Sven Lakenmacher, Coach der Handballfreunde Springe, in der Trainerfrage beim Zweitliga-Schlusslicht gewünscht. Sein Wunsch ist gestern in Erfüllung gegangen: Die HF haben ihn entlassen.

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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

„Die Ergebnisse haben nicht gestimmt und das ist im Handball das Wichtigste. Wir haben Laki nichts vorzuwerfen. Das Trainerteam hat akribische Arbeit geleistet“, sagt HF-Manager Dennis Melching, deshalb hätten nun „die Mechanismen des Geschäfts“ gegriffen. Gestern vor dem Training setzte er Lakenmacher und die Mannschaft von der Beurlaubung des Trainers in Kenntnis.

„Ich kann nicht alle Spieler austauschen“, sagt der Manager – eben diese nimmt er jetzt aber noch mehr in die Pflicht. Denn die Leistungen in den letzten beiden Heimspielen gegen Hamm und Saarlouis, als die Mannschaft den nötigen Biss im Abstiegskampf vermissen ließ, haben Melching sauer gemacht. „Wenn sie so auftreten gegen Minden, dann können sie meinetwegen auch mit zehn Toren verlieren, dann war der Gegner besser. Aber wenn du durch Daddelei wichtige Spiele verlierst, kann ich das nicht akzeptieren.“ Das habe er beim Dienstagstraining auch in einem längeren Gespräch mit der Mannschaft deutlich gemacht. Was ihn dabei ärgerte, war die Selbsteinschätzung der Spieler: „Die ganze Mannschaft sagt, dass wir eigentlich eine größere Qualität im Kader haben, als andere Teams da unten“, so Melching verwundert. „Ich finde, man muss realistisch sehen, dass wir das bislang nicht gezeigt haben.“

Ex-Nationalspieler Lakenmacher, der für eine Stellungnahme gestern nicht zu erreichen war, war 2008 nach Springe gekommen und hatte die HF als Spielmacher in die 3. Liga geführt. Nach dem Aufstieg war er zwei Jahre Spielertrainer der Springer, 2011 wechselte er zur Reserve der TSV Burgdorf. Im vorigen Jahr kehrte er nach Springe zurück und schaffte mit den HF über die Relegation den lang ersehnten Aufstieg in die 2. Liga.

Verantwortlich für die Mannschaft ist nun vorerst der bisherige Co-Trainer Slava Gorpishin. Drei schwere Auswärtsspiele stehen in diesem Jahr noch auf dem Programm des Neulings, das nächste am Sonnabend bei Aufstiegskandidat HSC Coburg. Im Januar hat die Liga wegen der EM in Polen Pause. Die Zeit will Melching nutzen, um „erst einmal in Ruhe den Markt zu sondieren und zu schauen, welcher Trainer zu uns passen würde“.

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