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Wie kann der Spielplan verlässlicher gestaltet werden? Fachmann Thorsten Schuschel nimmt Stellung

„Die Kommunen müssten flexibler sein“

Fußball (jab). Ein Blick aus dem Fenster reicht, um zu ahnen: Am Wochenende wird wohl nicht viel Fußball gespielt unter freiem Himmel. Die Aktiven sind genervt, denn es ist wie in fast jeder Saison: Im November fallen die ersten Spiele aus, Nachholspiele werden bis kurz vor Weihnachten angesetzt, finden zumeiste aber auch nicht statt. Terminiert werden sie dann neu ab Anfang Februar, können oft aber wegen der Wetterkapriolen erst ab Ende März ausgetragen werden. Dann sind viele Klubs schon seit acht Wochen in der Vorbereitung und verlieren langsam die Lust – und dann kommen die englischen Wochen im April und Mai.


„Es muss was passieren“, sagt etwa Karsten Bürst, Trainer von Bezirksligist FC Eldagsen. Er ist mit seiner Meinung nicht allein. Was aber können die Verbandsverantwortlichen tun? Die NDZ hat nachgefragt bei Thorsten Schuschel, Spielausschuss-Vorsitzender des NFV-Bezirks Hannover.

Herr Schuschel, welche Möglichkeiten sehen Sie, den Spielplan im Frühjahr zu entzerren?

Wir haben vor eineinhalb Jahren das Angebot gemacht, im Sommer, wenn die Tage länger sind und das Wetter verlässlicher ist, generell Wochentags-Spieltage einzuführen. Das wurde von den Vereinen mehrheitlich abgelehnt, um lange Fahrten unter der Woche zu vermeiden.

Im Kreis Hameln-Pyrmont etwa gibt es aber die englischen Wochen im Sommer.

Da sind auch die Entfernungen geringer. Und es gilt für den Bezirk zu bedenken: Der Kreis Hannover-Land ist an drei Bezirksligen beteiligt, es gibt viel mehr Mannschaften. Wenn man den Altherrenbereich und Pokalspiele berücksichtigt, fehlen schlicht die Kapazitäten.

Könnte man die Saison früher beginnen lassen, Anfang Juli zum Beispiel?

Mitte Juli wäre sicher möglich, viele Vereine sind aber abhängig von den Sommerferien, weil es einige Familienväter gibt. Und die Vereine und Kommunen brauchen die Zeit, ihre Plätze zu pflegen.

Und wenn man eine Saison von Ende März bis Anfang November austrägt?

Das müsste erstens vom DFB geregelt werden. Und zweitens: Im März und Oktober fallen ja auch oft genug Spiele aus? Wann wollen sie die nachholen?

Im Sommer.

Das würden die Kommunen wohl nicht mitmachen. Die Rasenplätze sollen sich regenerieren, das ist nur möglich bei konstanten Temperaturen von mindestens 15 Grad.

Werden Spiele zu früh abgesagt?

Zum Teil schon, manchmal auch, weil die Vereine das wollen, da gibt es ja oft enge Verbindungen zu den Kommunen. Wir haben als spielleitende Stelle nicht mehr die Möglichkeit, das zu verhindern, seit der Paragraf 28 der Spielordnung vor zwei Jahren geändert wurde. Ich verstehe, dass Kommunen Angst um ihre Plätze haben, sie müssten allerdings flexibler sein. Wenn man jetzt alle Spiele absagt, kann der Platz sich zwar im Winter erholen und ist im Frühjahr gut bespielbar. Dann finden aber haufenweise Partien statt und man hat nicht viel gewonnen.



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