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Die Geschichte des Scheiterns

Springe. Spitzenspiele und die Handballfreunde Springe – es ist eine Geschichte des Scheiterns. Denn wenn es wirklich drauf ankam in den vergangenen Jahren, versagten den Springern die Nerven. So wie jetzt beim 22:23 gegen Wilhelmshaven, das so gut wie sicher alle Träume vom direkten Aufstieg beendete.

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Saison 2010/2011: Springe und Tarp-Wanderup sind die dominierenden Teams der Liga. Tarp gewinnt beide direkten Duelle – und wird trotz der schlechteren Tordifferenz vor den punktgleichen Springern Staffelsieger, weil der direkte Vergleich zählt.

Saison 2011/2012: Springe verliert beide Duelle gegen den späteren Meister Henstedt-Ulzburg. Am letzten Spieltag haben die HF trotzdem noch die Chance auf den Titel – sie verlieren aber zu Hause gegen Tarp.

Saison 2013/2014: Springe gewinnt in der Hinrunde zu Hause gegen Henstedt-Ulzburg, das aber souverän Meister wird, weil die HF dank ihrer Verletztenmisere gegen andere Gegner zu viele Punkte lassen. In der – wie sich später herausstellt bedeutungslosen – Relegation gegen Ferndorf beweist Springe erstmals Nervenstärke.

Dennoch: Die Springer entwickeln mehr und mehr ein „Topspiel-Trauma“, wie sich in dem zaghaften Auftritt am Sonnabend in den ersten 40 Minuten gegen Wilhelmshaven zeigte. Das sieht auch HF-Manager Dennis Melching so: „Darüber muss man tatsächlich mal nachdenken, warum gerade die Führungsspieler dem Druck nicht gewachsen sind“, sagt er.

Ansonsten geht er souverän mit dem erneuten Rückschlag im Aufstiegskampf um: „Wir müssen anerkennen, dass Wilhelmshaven in beiden Spielen einen Tick besser war“, sagt er. Das sei kein Wunder, die Voraussetzungen beim WHV seien besser, „die trainieren achtmal in der Woche. Mal gucken, wie wir uns da künftig aufstellen können.“

Das HF-Konzept stellt Melching jedenfalls nicht infrage: „Wenn man über Jahre in der 3. Liga oben mitspielt und gute Zuschauerzahlen hat, gibt es nicht viel umzustricken. Das wäre eh’ schwierig, denn der Etat ist begrenzt.“ Der Aufstieg, der vor der Saison offensiv als Ziel ausgegeben wurde, sei nicht existenziell, betont Melching – es seien keine Sponsorengelder daran gebunden. „Da mache ich mir keinen Kopf“, sagt er, „mit einer guten Drittliga-Saison, wie wir sie ja auch dieses Jahr spielen, kann ich gut leben.“

Und es könnte ja wieder eine Relegation geben. Magdeburg II, derzeit Spitzenreiter der Oststaffel mit drei Zählern Vorsprung, darf nicht aufsteigen. Leutershausen im Süden, ebenfalls mit drei Zählern vorne, will offenbar nicht. Zweiter bleiben, muss also die Devise für die Handballfreunde lauten: „Wir wollten mal Meister werden“, sagt Melching, „das wird dieses Jahr nicht passieren. Jetzt wollen wir eine sehr gute Rückrunde spielen. Was dann passiert, wird man sehen.“jab



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