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Die Fußballer und das Kreuz mit dem Wetter

SPRINGE. Am Sonntag steigt das erste Punktspiel des Jahres für Fußball-Bezirksligist FC Springe. Um 14 Uhr bei der SV Arnum. So sieht es zumindest der Spielplan vor. Aber wer glaubt das schon?

Die Springer mit Semih Candir können immerhin auf Asche trainieren – aber selbst das ist bei dem gefrorenen Boden derzeit grenzwertig. Foto: Bertram
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

FCS-Trainer Ricardo Diaz-Garcia jedenfalls nicht, er hat bereits Testspiele vereinbart. Am Sonnabend gegen die eigenen A-Junioren auf dem Aschenplatz an der Harmsmühlenstraße, am Sonntag (18 Uhr) auf dem Kunstrasenplatz in Wennigsen gegen Landesligist FC Eldagsen.

„Es ist sehr unbefriedigend. Wir können eigentlich nur laufen und die Springer Straßennamen lernen“, sagt FCS-Coach Ricardo Diaz-Garcia. Selbst auf dem Hartplatz sei das Training schwierig, weil das Geläuf sehr uneben und nun auch gefroren ist. Die Eldagsener arbeiten auch hauptsächlich an der Fitness. „Am Dienstag waren wir auf dem Platz, aber eigentlich ist da nichts möglich“, sagt FCE-Trainer Holger Gehrmann.

Das Problem ist eigentlich in jedem Jahr das gleiche: Spiele, die vor der Winterpause ausfallen, werden früh im Jahr neu angesetzt, sodass sie meistens wieder ausfallen. Im April und Mai häufen sich dann die englischen Wochen, an Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten wird zumeist auch gespielt.

Idee aus dem Heidekreis:
Verlässliche Winterpause

Was tun? Die Verantwortlichen aus dem Heidekreis haben sich was überlegt: Sie möchten die Sommerpause auf wenige Wochen von Anfang/Mitte Juni bis Mitte Juli verkürzen, dafür eine verlässliche viermonatige Winterpause von Anfang November bis Ende Februar einführen. Die Ligen auf Kreisebene sollen dafür höchstens noch 14 Teams umfassen.

„Ich finde die Idee super“, sagt Markus Heitmüller, Fußballvorstand beim SC Völksen. „Wenn das Wetter am schönsten ist, spielen wir ja meistens nicht.“ Für ihn wäre auch das Modell, das der NFV-Kreis Hameln-Pyrmont hat, eine Option: Dort gibt es zum Saisonstart, wenn es noch trocken und lange hell ist, drei englische Wochen. „Das ist ganz gut, wir starten erst Mitte März in die Rückrunde“, sagt Peter Dahlschen, Fußball-Chef des VfB Eimbeckhausen.

FCE-Coach Gehrmann würde dafür plädieren, „dass wir länger spielen als bis Ende Mai. Wir nehmen Rücksicht auf den großen Sport, aber der nicht auf uns“, sagt er, „der DFB könnte sich ja auch mal Gedanken machen, ob der die Basis beim Bau von Kunstrasenplätzen unterstützt.“

Kürzere Sommerpause, englische Wochen, späteres Saisonende – für die NFV-Region Hannover ist das alles kein Thema: „Wir ändern nichts“, sagt der stellvertretende Spielausschuss-Vorsitzende Henning Wolters. Englische Wochen seien nicht möglich, weil durch die Fülle an Jugendspielen die Plätze nicht frei seien, sagt er. Eine Verlängerung der Saison sei allenfalls in der 3. und 4. Kreisklasse möglich. „Alles andere müssen wir durchziehen, weil es die Bezirksliga-Relegation gibt“, so Wolters.

Die ist Springes Trainer Diaz-Garcia ein Dorn im Auge: „Du kannst Urlaub oder eine Mannschaftsfahrt gar nicht planen, zum Teil spielst du als Relegationsteilnehmer drei Wochen länger, damit tust du keinem einen Gefallen. Man kann doch auch sagen: Drei steigen ab, zwei steigen auf.“

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