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Die Blitz-Verpflichtung schlägt ein

Springe. Die Handballfreunde Springe bleiben in der 3. Liga Nord verlustpunktfrei. Mit dem souveränen 26:19 (13:7)-Heimsieg gegen den Oranienburger HC hätten sie sogar beinahe die Tabellenführung übernommen, doch Spitzenreiter SV Henstedt-Ulzburg drehte in den letzten 50 Sekunden noch einen Rückstand gegen den HSV Hannover in einen 41:40-Erfolg um. Die Springer zeigten sich gegen den OHC vor allem in der Abwehr sattelfest, im Angriff hatten sie so ihre Probleme.

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„Das liegt daran, dass wir in den vergangenen Wochen nicht gut trainieren konnten“, sagt Trainer Holger Schneider. Denn nach den Verletzungen von Jannis Fauteck, Janis Helmdach und Daniel Deutsch wurde die Auswahl im Rückraum überschaubar – die HF reagierten mit der Blitzverpflichtung von Dejan Dobardzijev (siehe „Am Rande“), der vor der Partie gegen den OHC erst zweimal mit der Springer Mannschaft trainiert hatte, sich aber einfügte, als hätte er nie woanders gespielt.

Schneider brachte den 37-jährigen Serben nach einer Viertelstunde für Helmdach, der nach der Gehirnerschütterung, die er zwei Wochen zuvor im Spiel gegen Minden II erlitten hatte, ein durchwachsenes Comeback gab. Gemeinsam mit Slava Gorpishin bildete Dobardzijev eine fast unüberwindbaren Innenblock – dadurch taten sich die Springer nun auch im Angriff leichter. Linksaußen Maximilian Kolditz schloss drei Gegenstöße erfolgreich ab. Rechtsaußen Pawel Pietak legte zwei Treffer nach – und Springe führte deutlich mit 8:4. Oranienburg erweckte zu keiner Zeit der Partie den Eindruck, dass sie diesen Rückstand wettmachen könnten. „Wir hatten zu viel Respekt, vor allem vor dem Springer Innenblock“, sagte OHC-Trainer Christian Pahl, „und wir hatten nicht den Mut, Druck zu machen. Wir sind noch nie so wenige Angriffe gelaufen, wie in diesem Spiel.“ Und dann war da noch HF-Torwart Jendrik Meyer, der einmal mehr stark hielt und das Duell mit seinem Vorgänger Simon Herold im Gäste-Tor klar für sich entschied - kurz vor der Pause machte Herold Platz für Enrico Hein.

In der Defensive machten die Oranienburger mit ihrer aggressiven 6:0-Deckung eine starke Partie. „Dagegen haben wir nicht klug gespielt“, so Schneider, „es ist aber auch eine der am schwersten zu bespielenden Abwehrreihen der Liga.“ Auf weniger als fünf Tore schmolz der Springer Vorsprung nach dem Seitenwechsel trotzdem nie. Und Schneider gab all seinen jungen Spielern wieder Einsatzzeiten. Einer von ihnen setzte den grandiosen Schlusspunkt beim ungefährdeten Erfolg: Justin Brand vollendete Sekunden vor Schluss ein Zuspiel von Claus Karpstein per Kempatrick.

HF Springe: Meyer, Wendland - Pietak (6/3), Dobardzijev (5), Kolditz (4), Karpstein (4), Hinz (3), Brand (1), Borgmann (1), Bosy (1), Reese (1), Gorpishin, Helmdach, Büchner.jab

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