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Der HF-Kapitän im Interview über die Nervenstärke seines Teams, Initialzündungen und Auszeiten

Deutsch: „Es hilft ja nicht, in Panik zu geraten“

Handball. Die HF Springe halten weiter Kurs auf den Titel in der 3. Liga Nord. Den ersten Härtetest der Rückrunde haben sie mit dem 29:25-Erfolg im Derby gegen den HSV Hannover bestanden – wenn auch mit Mühe. Über Startschwierigkeiten, Initialzündungen und Auszeiten sprach NDZ-Redakteur Jan-Erik Bertram mit HF-Kapitän Daniel Deutsch.

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Wie vorige Woche in Achim habt Ihr auch gegen den HSV zur Pause zurückgelegen – warum diese Startschwierigkeiten?

Wir sind sicher nicht gut reingekommen, aber es war von beiden Mannschaften ein nervöser Beginn. Hannover hat sich etwas früher berappelt. Uns wäre es auch lieber, wenn wir etwas souveräner wären, aber Anderten hatte vorher schon richtig gute Spiele gemacht. Es war eben nicht nur ein Derby, sondern auch ein Spitzenspiel.

Wie schafft Ihr es, immer die Ruhe zu bewahren?

Natürlich ist das auch Selbstvertrauen. Aber es hilft ja auch nicht, in Panik zu geraten und zu versuchen, einen großen Rückstand in ein paar Minuten aufzuholen. Das muss man Schritt für Schritt machen.

Wie sehr hilft dabei die ruhige Art von Trainer Oleg Kuleshov, der an der Seitenlinie scheinbar immer gelassen bleibt?

Natürlich beeinflusst der Trainer immer die Mannschaft. Es ist gut für uns, dass er nicht die Nerven verliert. Er weiß ja auch, dass wir die Fehler nicht mit Absicht machen. Er kann auch mal laut werden, aber gegen Hannover hat er das auch in der Pause nicht gemacht. Er hat positiv auf uns eingewirkt.

Wie wichtig war es, dass Simon Herold nach seiner Einwechslung in der 38. Minute gleich einen Siebenmeter gehalten hat?

Das ist das Schöne am Mannschaftssport, dass jeder Einzelne jederzeit Impulse für die Mannschaft geben kann. Der gehaltene Siebenmeter war so einer, das war die Initialzündung. Simon hat danach unheimlich viel Präsenz gezeigt, dadurch hat er der ganzen Mannschaft geholfen.

Wobei Andreas Stange vorher auch stark gehalten hat.

Das ist ja gerade eine große Stärke von uns: dass wir mal wechseln können. Andreas hat gut gehalten, aber bevor Simon reinkam, hat er bei zwei, drei Bällen die Hand nicht mehr dranbekommen.

Die Hannoveraner beklagten fehlende Fairness, als Oleg Kuleshov bei einer Drei-Tore-Führung Sekunden vor Schluss noch eine Auszeit genommen hat. Warum hat er das gemacht?

Das ist eine Sache für uns geworden, dass wir uns nochmal sagen: Gutes Spiel, Jungs, genießt nochmal die Atmosphäre eine halbe Minute lang.

Nach dem Punktverlust von Henstedt-Ulzburg wird die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr aufsteigt, immer größer.

Jeder Punkt Vorsprung ist natürlich gut. Aber weil der direkte Vergleich zählt, ändert sich nicht so viel. Außerdem stehen noch viele schwere Spiele aus. Und man sieht ja: Wir müssen immer am Limit spielen.

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