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Der wundersame Sieg des FCS

Springe. Gut, dass es kein Derby war, oder ein Pokalspiel. Sonst hätten nach dem 1:0 (0:0)-Sieg von Bezirksligist FC Springe gegen den VfR Evesen die längst überstrapazierten „eigenen Gesetze“ als Gesprächsthema herhalten müssen. Es war aber ein Punktspiel, eines zweier Mannschaften, die in dieser Saison gegen den Abstieg spielen. In dieser Staffel, in der alle Teams noch eng zusammen liegen, ist das reine Ergebnis also keine Sensation. Die wenigen Zuschauer rieben sich nach dem Schlusspfiff trotzdem verwundert die Augen. Denn nach dem Spielverlauf hätten sich die Platzherren über eine deutliche Niederlage nicht beschweren dürfen. Für Spiele wie dieses gibt es eine eigene Floskel: „So ist Fußball.“

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Springe trat – bis auf den rotgesperrten Timo Bergold – in Bestbesetzung an. Auch Manuel Kumbu-Konde schaffte es rechtzeitig zum Anpfiff, da zu sein. Aber weder die gute Personalsituation noch der 5:3-Erfolg am Wochenende zuvor in Havelse gaben den Platzherren Auftrieb. Im Gegenteil: Spielerisch zeigten sie ihr wohl schwächste Vorstellung in dieser Saison. Ein Spielaufbau fand quasi nicht statt. Die Bälle wurden lang aus der Abwehr geschlagen. Die Stürmer warteten meist vergeblich auf Anspiele, wenn einmal eines kam, war der Ball schnell wieder weg. Marvin Wächter mühte sich in der Spitze immerhin, Steve Goede trug lustlos sein Trikot spazieren – dass er zum entscheidenden FCS-Spieler werden sollte, passte zum Spiel.

Evesen war klar besser, besonders in der zweiten Hälfte. Sie bestätigten aber die Statistik: die weist die VfR-Offensive als die harmloseste der Liga aus. Nun war es nicht so, dass sich Evesen keine Chancen erspielte – das traf einmal mehr auf den FCS zu. Die Gäste hatten Möglichkeiten zuhauf, nutzten aber keine. 5. Minute: Springes Keeper Robin Bartels rettet mit einem starken Reflex gegen den Kopfball von Kamal Walat. 55. Minute: Walat passt zurück auf Ylli Syla, der weit drüber schießt. 61. Minute: Stanislav Gutsch trifft den Pfosten. 71. Minute: Philipp Gräber steht bei einer scharfen Hereingabe von Walat frei im Strafraum und schießt in die Wolken. Das Spielgerät flog so oft über die Fangzäune, das zwischenzeitlich alle drei bereitgestellten Spielbälle im Gebüsch gesucht wurden – auch das sagt einiges über das Spiel aus.

Der Auftritt von Goede kommt drei Minuten vor Schluss: Bei einem Konter geht er mit dem Ball am Fuß energisch zur Grundlinie und passt quer. Evesens Dennis Humke kommt vor Kumbu-Konde an den Ball, stolpert ihn ins eigene Tor – und macht damit aus einem Spiel zum Vergessen eines, an das man sich noch lange erinnern wird. „Wir wussten vorher, dass wir nicht den besten Fußball spielen“, sagte FCS-Kapitän Sascha Buchholz, „aber gekämpft haben wir und die drei Punkte sind alles, was zählt.“

FC Springe: Bartels – Marks (81. Pannewitz), S. Buchholz, Klimke, A. Buchholz – D. Müller, Weddecke, Strohecker, Elias (46. Kumbu-Konde) – Goede, Wächter (80. Candir).

Tor: 1:0 Humke (87./Eigentor).jab

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