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Zur Rückrunde stehen vier Flüchtlinge im Bezirksliga-Kader des FC Springe / Diaz: „Richtig gute Kicker“

Davon haben alle etwas

Der FC Springe verbreitert seinen Kader für die Rückrunde in der Fußball-Bezirksliga - und leistet dabei noch wichtige Integrationsarbeit.

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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Springe. Der FC Springe verbreitert seinen Kader für die Rückrunde in der Fußball-Bezirksliga und leistet dabei noch wichtige Integrationsarbeit – eine Win-win-Situation für den Verein und vier Flüchtlinge, die derzeit in einem ehemaligen Baumarkt in Badenstedt untergebracht sind und beim NDZ-Cup am 2. und 3. Januar ihr Debüt im Springe Trikot geben sollen. Jahangir Teymori (25) kommt aus dem Iran. Serge Roland N’takpe, Ezekiel Mahan (beide 24) und Novak Sogan Emile Mahougnon (21) von der Elfenbeinküste.

Das Quartett lebte in Hannover zunächst in der Notunterkunft auf dem Messegelände. Als dort ein Benefiz-Fußballspiel zwischen Flüchtlingen und der Messemannschaft organisiert wurden, wurde Springes Sascha Buchholz, der bei der Messe arbeitet, auf die vier aufmerksam. „Sie waren die Besten in der Auswahl. Also habe ich sie angesprochen und mit zum Training genommen“, erzählt Buchholz. „Sie wurden von der Mannschaft richtig toll aufgenommen.“

Seit Mitte September trainieren die Vier in Springe mit. Die Mannschaft organisiert einen Fahrdienst: Mal holt Trainer Ricardo Diaz-Garcia sie ab, mal ein Spieler oder Manfred Wissmach aus dem Vorstand. Mindestens für das nächste halbe Jahr haben sie eine Aufenthaltsgenehmigung – und jetzt auch Spielerpässe.

Was die neuen Mitspieler in ihren Heimatländern oder auf der Flucht durchgemacht haben, wissen die Springer gar nicht so genau. „Dafür reichen die Sprachkenntnisse noch nicht“, sagt Diaz-Garcia. Bislang laufe die Kommunikation mit Händen und Füßen, auf englisch und mit einigen Brocken Schulfranzösisch. „Wir wissen auch nicht, wo und wie hoch sie bislang gespielt haben“, sagt Buchholz. Es ist ihnen auch nicht sonderlich wichtig: „Menschlich sind die Jungs phänomenal“, so Diaz. Und nebenbei seien sie auch noch „richtig gute Kicker“.

Auch beim TSV Havelse und den SF Ricklingen hätten Jahangir, Serge, Ezekiel und Novak vorgespielt, „aber wir haben uns wohl am meisten um sie bemüht“, sagt Diaz. Die Springer Spieler hätten für die neuen Teamkollegen gesammelt: Sportzeug und Winterkleidung. Die Weihnachtsfeier haben sie auch schon mitgemacht. „Klar haben wir sportlich was davon – aber es geht auch um die Integration“, sagt Diaz.

Beim eigenen Hallenturnier um den NDZ-Cup am 2. und 3. Januar soll das Quartett erstmals zum Einsatz kommen, „gemeinsam mit unseren ganz jungen Spielern“, so der Coach, der auf weitere Neuzugänge in der Winterpause spekuliert. Einer ist schon fix: Tobias Mittelgoeker kehrt als zweiter Torwart und Co-Trainer vom SC Bison Calenberg zurück. „Mit drei weiteren Spielern sind wir im Gespräch“, verrät Diaz. Zudem steigen die Langzeitverletzten Pedro Diaz-Garcia und Stiven Jefkaj im Februar wieder ins Lauftraining ein.

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