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Kegel-Zweitligist Springe 52 rutscht auf letzten Tabellenplatz / Vereinschef Jürgen Ketelhake im Gespräch

„Dass wir noch 2. Liga spielen, ist sensationell“

Kegeln. Bohle-Zweitligist Springe 52 hat die erwarteten Auswärtsniederlagen kassiert. Bei Bahn frei Rendsburg gab es ein 5272:5318 (2:4, 0:3), bei der SG Fidelio/Fortuna Kiel ein 5269:5372 (1:5, 0:3). Damit sind die Springer mit 8:22 Punkten auf den letzten Platz zurückgefallen. Gehen nach 15 Jahren die Bundesliga-Lichter aus bei den Springer Keglern? NDZ-Sportredakteur Jan-Erik Bertram hat nachgefragt bei 52-Chef Jürgen Ketelhake.

Jürgen Ketelhake.

Herr Ketelhake, sind die Bundesliga-Zeiten in Springe bald vorbei?

Im Moment sieht die Tabelle natürlich nicht gut aus. Aber in der Zusatzpunkte-Wertung haben wir noch drei und fünf Punkte Vorsprung auf Lüneburg und Pinneberg, die beide schon mehr Heimspiele hatten als wir. Bis Ende Januar müssen wir noch dreimal auswärts ran und haben nur ein Heimspiel. Da wird es in der Tabelle nicht besser werden. Ich bin aber guten Mutes, dass wir den Klassenerhalt schaffen. Aufgeben werden wir uns auf keinen Fall.

Was genau ist der Zusatzpunkt.

Zunächst gibt es das Gesamtergebnis. Die Mannschaft, die insgesamt mehr Holz erspielt, erhält zwei Punkte. Dann kommen die Einzelergebnisse der zwölf Kegler. Die Heimmannschaft muss vier Spieler unter die besten sechs bringen, um den Zusatzpunkt zu erhalten.

Der Heimvorteil ist immens beim Kegeln. Warum eigentlich?

Jede Bahn hat ihre Eigenarten, ist anders gewölbt, entsprechend unterschiedlich müssen die Würfe angesetzt werden. Während Heimmannschaften auf ihren Bahnen ständig trainieren können, haben Gäste nur eine halbe Stunde Zeit, sich einzuspielen.

In der vergangenen Saison hat Springe daheim nicht einen Punkt abgegeben, in dieser schon fünf. Woran liegt‘s?

Viele sind verletzt, Ditmar Knörenschild oft verhindert, weil er noch für Herford in der Schere-Bundesliga spielt. Wir haben mit Abstand die älteste Mannschaft, Uwe Gottschalk ist mit 44 noch das Küken, die meisten sind über 60. Der ganze Verein hat noch 17 Mitglieder. Dass wir überhaupt noch in der 2. Liga kegeln, ist sensationell. Andere Vereine können da aus einem ganz anderen Mitgliederfundus schöpfen.

Warum? Kegeln ist ja nicht gerade eine Boom-Sportart?

Das sind einfach größere Vereine aus größeren Städten als Springe.

Was, wenn der Klassenerhalt nicht gelingen sollte. Wie geht‘s dann weiter?

Ich weiß nicht, ob wir dann noch weitermachen. In der 2. Liga haben wir 22 Spieltage pro Saison. Das ist die Herausforderung, der wir uns so lange wie möglich stellen wollen. Auf Verbandsebene wird nur noch an sechs Sonntagen gespielt – das ist keine Herausforderung für uns. Wofür sollten wir dann noch trainieren?

Und Ihre Prognose fürs Kegeln im Allgemeinen?

Ganz ehrlich: Ich glaube, der Sport ist auf dem Weg Richtung Urne.

Was wird vom Verband dagegen getan?

Das, was wir im Verein auch schon vergeblich versucht haben: Ferienkegeln, Schulkegeln – alles, um Kinder zum Kegeln zu kriegen. Das Problem, wie bei anderen Sportarten auch, ist: Keiner will sich mehr quälen.



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