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Das Ringen um die Hallenzeiten

BENNIGSEN. Leistungsturnen gibt es in Springe nur beim WSV Bennigsen. Besser gesagt: gab es. Denn Anfang des Jahres verließen die drei Übungsleiterinnen nach Unstimmigkeiten mit dem WSV-Vorstand den Verein. Sie möchten mit ihrer Gruppe weitermachen – die Chancen, eine Hallenzeit zu bekommen, sind allerdings gering.

Kunstturnen in der Bennigser Süllberghalle – seit einem knappen Jahr gibt es das nicht mehr. Foto: Schisanowski/TVE Sehnde
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Montags und freitags hatten die etwa 30 Turnerinnen und Turner in der Süllberghalle trainiert, zudem Wettkämpfe ausgerichtet. „Wir haben auch Sportabiturienten oder Bewerber für die Sporthochschule bei ihren Prüfungsvorbereitungen geholfen“, sagt Silke Karl, eine der drei Übungsleiterinnen.

Die Zeiten sind weiterhin für den WSV geblockt, würden laut Karl derzeit aber – zumindest freitags – fast nicht genutzt. Der Verein will sie aber weiter nutzen: „Wir wollen die Gruppe wieder aufbauen“, sagt der Vorsitzende Peter Paasch. Allein schon, weil der Verein wettkampftaugliche Geräte für das Leistungsturnen angeschafft hatte, soll es weitergehen. Doch die Suche nach neuen Übungsleitern gestalte sich schwierig. „Wir gucken uns auf dem Markt nach Trainern um“, sagt Paasch, der überzeugt ist, „dass die Gruppe wieder wachsen wird. Wir werden die Halle wieder füllen.“

Das muss der WSV wohl auch, denn allzu lange sollte die Hallenzeit nicht ungenutzt bleiben, sagt Gabriele Tegt-meyer, die zuständige Fachdienstleiterin bei der Stadt. Dafür seien die Zeiten zu knapp. „Aber wenn der Verein mir sagt, er plant ein neues Angebot, dann erhält er dafür auch Anlaufzeit.“

Vergebene Hallenzeiten zurückzunehmen sei ohnehin nicht einfach. „Das wäre ein so genannter belastender Verwaltungsakt, eine hoch formelle Sache. Den müssten wir gut begründen können“, sagt Tegtmeyer. Über die Einträge im Hallenbuch werde kontrolliert, ob eine Hallenzeit auch wirklich genutzt werde.

Aber selbst wenn die Hallenzeit frei wäre, würde es für die drei Übungsleiterinnen schwer werden, sie mit ihrer Gruppe zu nutzen. „Denn privat vergeben wir die Zeiten nicht, dafür ist die Halle durch die Vereine zu stark ausgelastet.“ Die Turnerinnen müssten also einen anderen Verein finden. Sie haben sich auch schon hilfesuchend an den FC Bennigsen gewandt. Dessen Vorsitzender Udo Schulz hat einige Gespräche mit seinem Amtskollegen Paasch vom WSV geführt – und kann nicht helfen, selbst wenn es freie Zeiten gäbe. Denn die beiden Vereine wollen mit ihren Angeboten nicht in Konkurrenz zueinander treten.

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