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Zum WM-Frust kommt eine schmerzhafte Beckenverletzung

Das Punktspieljahr ist für Tini Demann beendet

Fußball (jab). Das triste Wetter dürfte derzeit gut zur Stimmung von Tini Demann passen. Eigentlich sollte die 17-Jährige, die beim FC Bennigsen mit dem Fußball spielen begann, in den letzten Tagen beim Lehrgang des U19-Frauennationalteams in Hennef ihr Können unter Beweis stellen. Doch an Fußball ist derzeit nicht zu denken.

Tini Demann bei der Zwischenrunde der B-Juniorinnen-DM im Sommer in Barsinghausen. Derzeit ist an Fußball für die ehemalige Benn

In der letzten Minute des Zweitligaspiels mit Turbine Potsdam II gegen Gütersloh war Demann mit einer Gegenspielerin zusammengeprallt. Die Diagnose: Fraktur der Beckenschaufel. „Das ist eine blöde Stelle für eine Verletzung“, sagt Demann. Denn anfangs konnte sie sich kaum bewegen, mittlerweile stehen Laufen und Radfahren auf ihrem Trainingsplan. Ballkontakt wird sie frühestens in der kommenden Woche wieder haben. „Das Punktspieljahr 2010 ist damit vorbei“, sagt sie.

Vor eineinhalb Jahren wechselte sie vom TSV Havelse nach Potsdam. Dort fasste sie als B-Juniorin auf Anhieb Fuß im Zweitligateam, seit der Rückrunde der vergangenen Saison trainiert sie mit der ersten Mannschaft, die im Sommer die Champions League (CL) gewann. Große Hoffnung auf Erstliga-Einsätze in dieser Saison macht sie sich allerdings nicht.

Auch ohne die Verletzung wäre es schwer geworden für sie. Der Grund dafür ist keinesfalls fehlendes Talent. Eher im Gegenteil. Wegen EM und WM der U17-Juniorinnen hatte Demann fast keine Sommerpause. Nach der Zweitliga-Saison, die die Turbinen-Reserve als Zweiter beendete, wurde sie mit Potsdams B-Juniorinnen Deutscher Meister. Anschließend ging es mit der U17-Auswahl zur EM in die Schweiz. Die Deutschen wurden Dritte und qualifizierten sich für die WM. Zwölf Tage Pause lagen zwischen den Turnieren, mehr Erholung war nicht drin.

An die Weltmeisterschaft auf Trinidad und Tobago, zu der Demann die DFB-Auswahl als Mannschaftsführerin führte, denkt sie mit gemischten Gefühlen zurück. „Es war Karibik wie auf den Postkarten“, sagt sie. Auch sportlich lief es zunächst bestens. Drei klare Vorrundensiege feierten die Deutschen, darunter das 3:1 gegen den späteren Weltmeister Südkorea. „Wir hatten ein gutes Gefühl fürs Viertelfinale“, erzählt Demann. Gegen Nordkorea ließen die Deutschen aber Chancen aus – und schieden durch ein Weitschusstor nach eigener Ecke aus. „Dann wurde ich auch noch zur Dopingkontrolle ausgelost“, sagt sie. Noch in der Nacht ging der Flug nach Hause. „Es war ein trauriger Abschied. Wenn ich an die WM zurückdenke, ist da immer noch Frust. Wir haben als einzige den späteren Weltmeister geschlagen.“

Viel Zeit, das WM-Aus zu verarbeiten, hatte sie nicht. Einen Tag nach der Rückkehr spielte sie schon wieder in der 2. Bundesliga, drei weitere Tage später gab sie ihr CL-Debüt gegen die überforderten Finninnen von Aland United. Ein Tor und eine Vorlage steuerte sie nach ihrer Einwechselung bei. „Das war ein toller Einstand.“ Es ging erfolgreich weiter, eine Woche später wurde sie auch im Bundesliga-Topspiel gegen Duisburg (1:1) eingewechselt.

Der Körper forderte seine Pause. Mit einer leichten Muskelzerrung plagte sie sich herum, in der Schule war viel Stoff aufzuholen. Dennoch sollte sie auch mit zum CL-Achtelfinale im österreichischen Neulengbach fahren – drei Tage vorher kam allerdings das Gütersloh-Spiel.

Tini Demann hat den Blick nach vorne gerichtet. Bald wird sie wieder mit dem Ball trainieren. „In versuche, die Wintervorbereitung voll mitzumachen und mich für die Erste zu empfehlen“, sagt sich. Und im Januar steht der nächste Leistungstest der U19-Nationalmannschaft – auch da will sie voll angreifen.

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