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Das Hemd des Weltstars als mentale Hilfe

Springe. Jannis Fauteck fällt bei den Handballfreunden Springe wegen seiner Bänderverletzung in der Schulter noch einige Wochen aus. Ob Janis Helmdach nach seiner Gehirnerschütterung, die er sich am vorigen Wochenende gegen Minden II zugezogen hat, rechtzeitig zum Auswärtsspiel am morgigen Sonntag (16.30 Uhr) bei Aufsteiger MTV Altlandsberg wieder fit wird, ist fraglich. Das Personal im Rückraum wird also langsam knapp – zumindest das routinierte. Aber der Nachwuchs macht sich ja glücklicherweise. Justin Brand etwa, der vor der Saison aus der Bundesliga-A-Jugend der SG Flensburg/Handewitt nach Springe kam.

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Vor allem in den Spielen nach Fautecks Verletzung – beim 27:25 in Hannover und beim 38:30 gegen Minden II – bekam der 19-Jährige seine Spielanteile. „Ich glaube, ich habe mich empfohlen“, sagt Brand selbstbewusst, „im Angriff habe ich Jannis ganz gut ersetzt.“ Fauteck fehle vor allem in der Abwehr. Dort kommt Brand eher selten zum Einsatz. Gegen Minden wechselte er sich mit Slava Gorpishin ab. Der 43-Jährige könnte sein Vater sein – und schimpfte in einer Szene auch so mit ihm, offenbar, weil ihm einige Lässigkeiten der jungen Spieler nicht gefielen. „Ach, das war nach dem Spiel schnell vergessen“, sagt Brand, der an der Heimvolkshochschule in Springe den Bundesfreiwilligendienst leistet und dort seit einigen Wochen auch wohnt.

Unter seinem Vereinstrikot trägt Brand immer ein Trikot der kroatischen Nationalmannschaft. „Das ist mein Ritual“, sagt er, „das hatte ich schon in Flensburg. Es ist eine reine Kopfsache, um mich mental ein bisschen stärker zu machen.“ Es ist ein Trikot von Ivano Balic, seinem Lieblingsspieler: „Er ist ein richtig guter Spielmacher. Auf der Position fühle ich mich ja auch am wohlsten.“ Und wie Balic in der kroatischen Nationalmannschaft trägt Brand bei den HF Springe das Trikot mit der Nummer 4.

Altlandsberg hat am ersten Spieltag Mitaufsteiger Habenhausen deutlich geschlagen, seitdem aber nur noch verloren. Zuletzt ganz knapp gegen Fredenbeck, davor sehr deutlich gegen Lemgo II. „Die sind für mich eine Wundertüte“, sagt Brand, „aber wir sind natürlich klarer Favorit.“

Sein Auslandssemester in den USA beendet hat Fabian Hinz, am Donnerstag hat er erstmals wieder mit der Mannschaft trainiert. Nach drei Monaten Pause wird die Abstimmung mit den Mitspielern noch nicht passen. Aber Platz ist auf der HF-Bank momentan ja genug – und mit Hinz als Alternative auf Linksaußen könnte Lukas Reese im Rückraum aushelfen. Wenn der Youngster dort so stark spielt wie bislang auf Außen, muss sich HF-Trainer Holger Schneider beim Schlusslicht keine großen Sorgen machen.

Altlandsbergs Coach Ferenc Remes macht sich keine allzu großen Hoffnungen auf einen Heimsieg: „Die Chance, dass wir Springe schlagen, bewegen sich im niedrigen einstelligen Prozentbereich“, sagt er. Und: „Unsere Mannschaft hat die Chance, unter Wettkampfbedingungen viel zu lernen.“jab

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