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Das Ende einer Ära: Springe 52 steigt freiwillig ab

SPRINGE. Eine Ära im Springer Sport geht jäh zu Ende. Wenige Wochen vor dem Saisonstart in der 2. Bundesliga gaben die Bohle-Kegler vom KC Springe 52 jetzt bekannt, dass sie künftig eine ruhigere Kugel schieben werden – sie gehen freiwillig in die 3. Liga.

Die Springer mit Ditmar Knörenschild (l.) und Werner Blödorn gehen freiwillig eine Klasse runter. Fotos: Ackermann
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Wobei „freiwillig“ es nicht so ganz trifft. Die sportliche Qualifikation für die 2. Liga haben die Springer zwar, aber nicht das Personal. Nach Jürgen Ketelhake musste auch Uve Bartsch krankheitsbedingt die Kegel-Schuhe an den Nagel hängen. Detlef Haupt musste vor wenigen Tagen eine Hüft-OP über sich ergehen lassen – wann er sein Comeback geben kann, steht in den Sternen. Der 73-jährige Ditmar Knörenschild tritt nach rund 900 Bundesligaeinsätzen in über 50 Jahren kürzer und Hans-Werner Krumpe schließlich hat ein Haus gekauft, dessen Sanierung ihm nicht mehr erlaubt, die Zeit für 22 Spiele an elf Wochenenden im Wettkampfalltag der 2. Bundesliga sowie den regelmäßigen Trainingsaufwand aufzubringen.

Dass die übrigen Kegler, Werner Blödorn, Werner Beermann, Lothar Deutscher, Uwe Gottschalk sowie Uwe Drochner auch das eine oder andere Zipperlein im hohen Sportleralter plagt, versteht sich von selber. Gottschalk ist der Jüngste im Team – aber auch schon 53 Jahre alt. Das ist ein Grund, warum zwar hin und wieder jüngere Kegler zum Training nach Springe kommen, aber sich nicht der Mannschaft anschließen wollen: „Aber sie sind bei uns unter alten Männern“, sagt der 52-Vorsitzende Ketelhake.

Vor 20 Jahren war die Kegelwelt am Deister noch in Ordnung. 1998 stieg Springe 52 als Meister in die 1. Liga auf, wurde im Oberhaus einmal Zweiter und zweimal Dritter – zwischenzeitlich in einer Spielgemeinschaft mit RG Sarstedt. Seit 2005 kegelte Springe ununterbrochen in der 2. Liga. 22 Jahre in der 1. und 2. Liga waren es insgesamt. Vor einigen Wochen wurden die Springer noch einmal Deutscher Mannschaftsmeister der Herren B – jetzt zogen sie die Notbremse.

Statt elf Spieltagen mit je einer Partie am Sonnabend und Sonntag gibt es nun nur noch sechs mit zwei Spielen sonntags – auf neutralen Bahnen in Celle, Verden, Göttingen, Delmenhorst, Uelzen und Bremen. Die Fahrtkosten blieben ähnlich hoch wie in der 2. Liga, sagt Ketelhake.

„Was soll’s. Auch wenn es weh tut, wir starten eine neue Ära in der 3. Liga“, sagt Ketelhake, der eine Rückkehr in die 2. Liga nicht ausschließt. Mit eigenem Personal wird das nicht gehen: „Aus eigenen Reihen kriegst du in Springe nichts mehr“, sagt er, „ich habe ja schon viele gute Gesellschaftskegler angesprochen.“ Viele würden aber den Aufwand für die 2. Liga scheuen.

Auf Sicht würde wohl nur eine Fusion wie damals mit Sarstedt helfen. „Die Bestrebungen gibt es“, sagt Ketelhake. Mit wem, verrät er nicht: „Es gibt mehrere Kandidaten.“



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