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Bundesliga für Bisons in Gefahr? Johansson schlägt Alarm

ELDAGSEN. Sportlich läuft alles rund bei den Rollhockey-Teams des SC Bison Calenberg. Dass die Stirn des Bison- Vorsitzenden Klaus Johansson derzeit vor Sorge und Zorn in Falten liegt, hat ganz andere Gründe – vor allem geht es dabei ums Geld.

Von Lizenzgebühren für ausländische Spieler wie Bisons Belgier Damy (l.) und Joeri Mertens hält auch Verbandschef Harro Strucksberg nichts. Foto: Bertram
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Das fehlt dem Deutschen Rollhockey- und Inlineverband (DRIV). Denn das Bundesinnenministerium, die höchste für den Sport zuständige Behörde, „hat für den Randsport nichts mehr übrig“, ärgert sich Johansson, „die kleinen Verbände trifft das am Härtesten“, sagt Johansson. Was ihn fast noch mehr ärgert, ist, wie der DRIV sich das Geld stattdessen von den Vereinen holt.

Die Gebühren stiegen immer mehr, klagt der Bison-Vorsitzende. Bislang habe ein Spielerpass einmalig 10 Euro gekostet – jetzt solle man 25 Euro für einen Pass zahlen, der nach fünf Jahren erneuert werden muss. Hinzu komme eine Lizenzgebühr in Höhe von 20 Euro für Erwachsene und 10 Euro für Kinder und Jugendliche. Selbst für Betreuer würden 10 Euro fällig, „dabei muss ich doch froh sein, wenn ich überhaupt Betreuer finde“, sagt Johansson. Knapp 1300 Euro habe er gerade für die beiden Bundesliga-Teams an den DRIV überwiesen.

Auch die Jugendgebühren regen ihn auf. Bison-Spieler Joao Rocha etwa baue in Greifswald gerade einen Rollhockey-Klub mit 26 Jugendlichen auf. „Der ist erst mal 260 Euro los und dabei haben die Kinder noch nicht einmal einen Schläger.“ Die Ausrüstung gehe nämlich auch ins Geld, für die Torhüter besonders. „Die kostet 1500 Euro, das kannst du doch niemanden privat kaufen lassen“, sagt Johansson.

„Es ist eigentlich unerträglich, ein Riesendurcheinander“, klagt der Bison-Vorsitzende.Klaus Johansson. Foto: Bertram
  • „Es ist eigentlich unerträglich, ein Riesendurcheinander“, klagt der Bison-Vorsitzende.Klaus Johansson. Foto: Bertram

Bei manchen Strafen, die drohen, weiß er nicht, ob er lachen oder weinen soll: „Es kostet 50 Euro, wenn du bei einem Bundesligaspiel keine Interviewwand mit Sponsorenlogos aufstellst“, sagt er kopfschüttelnd – dabei gibt es in Eldagsens so gut wie nie Interviews, bei denen eine Kamera mitläuft. „Es ist eigentlich unerträglich, ein Riesendurcheinander.“

Noch mehr verärgern ihn die Pläne der internationalen Verbände, nach denen die Vereine pro Saison für jeden ausländischen Spieler 300 Euro bezahlen sollen. Weil Jugendarbeit bei den Bisons nach dem Brand der eigenen Halle kaum noch möglich ist, wären sie ohne ihre niederländischen und belgischen Spieler aufgeschmissen – „aber wir müssten noch mal knapp 3000 Euro aufbringen, um spielen zu dürfen“, so Johansson. Bislang mache der DRIV da nicht mit – das könnte allerdings bedeuten, dass die Bundesligateams in den europäischen Wettbewerben nicht mitspielen dürfen.

Die ersten Konsequenzen haben die neuen Gebühren schon gehabt: Der HSV Krefeld und die Moskitos Wuppertal haben ihre Herrenteams aus der Bundesliga abgemeldet. „Unsere Saison ist gesichert“, sagt Johansson. Für die Zukunft braucht er aber weitere Sponsoren.



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