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Breitensport am Computer beim TSV Hamelspringe

HAMELSPRINGE. Die Vereine der Fußball-Bundesliga entdecken gerade den E-Sport für sich. Bei den großen Vereinen geht es um neue Einnahmequellen durch den wachsenden Markt. Es gibt aber auch Breitensportvereine, die das Spielen am PC oder der Konsole für sich entdecken – der TSV Hamelspringe zum Beispiel.

Zocker und Vorstandsmitglieder des TSV Hamelspringe: Niklas Nisse (v. l.), Markus Thiede, Jan Wempe, Christian Hoppe und Thomas Janik. Foto: Verein

Autor:

Juliet Ackermann und Jan-Erik Bertram

„Wir beobachten, dass in den Vereinen die Mitgliederzahlen immer mehr zurückgehen. Immer mehr Leute interessieren sich dagegen für Computerspielen. Daher kam die Idee, eine neue Sparte zu gründen“, sagt der TSV-Vorsitzende Christian Hoppe. Seit knapp einem Jahr hat sein Verein eine eigene E-Sport-Abteilung. Im November waren die Hamelspringer an der Gründung des E-Sportbunds Deutschland in Frankfurt beteiligt, der sich dafür einsetzt, dass E-Sport als Sport anerkannt wird.

Der Deutsche Olympische Sportbund hat sich in der Hinsicht bislang geziert. Die Politik ist schon einen Schritt weiter: „Wir erkennen die wachsende Bedeutung der E-Sport-Landschaft in Deutschland an. Wir werden E-Sport künftig vollständig als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht anerkennen und bei der Schaffung einer olympischen Perspektive unterstützen“, heißt es im Koalitionsvertrag, den CDU/CSU und SPD ausgehandelt haben.

„Es ist ein guter Schritt, dass es als Thema drin ist“, sagt Thomas Janik, der E-Sport-Spartenleiter des TSV, „man darf es aber nicht zu groß sehen.“ Oberste Priorität werde der E-Sport wohl nicht haben bei der künftigen Regierung, glaubt Janik.

Hinter dem Begriff E-Sport verbirgt sich alles, was man am Computer oder anderen Geräten wettkampfmäßig gegen und mit anderen spielen kann, also nicht nur Sportsimulationen, sondern etwa auch Egoshooter-Spiele wie Counterstrike oder League of Legends. „Wenn man so ein Spiel 45 bis 60 Minuten spielt, ist das schon anstrengend“, sagt Janik, „man kommt ins Schwitzen.“ Im Übrigen sei es nicht damit getan, „ein bisschen mit dem Controller rumzuspielen“, sagt er. Training gehöre auch beim E-Sport dazu. Bei Spielen, wo mehrere Zocker ein Team bilden, komme es auch auf die richtige Taktik an – und bei allen Spielen auf Konzentration.

Vor allem aber geht es für Janik um den Spaß an der Sache. Für den Verein auch: „Wir verbinden als Erstes den Breitensport mit Computerspielen, sodass eine Person für den gleichen Klub kicken, aber auch zocken kann“, heißt es auf der TSV-Homepage.

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