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Ausstellung „Maradona, der Göttliche?“ bewegt Generationen

SPRINGE/HANNOVER. In Kooperation mit der Katholischen Kirche und der Per-Mertesacker-Stiftung hat das Fußball-Museum Springe die Fotoausstellung „Maradona, der Göttliche?“ auf die Beine gestellt, die Menschen aller Generationen bewegt. Die Ausstellung in Hannover läuft noch bis 25. November, Maradonas zweitem Todestag.

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Dennis Scharf Redakteur zur Autorenseite
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Er war eines der größten Genies der Historie, eine Legende des Weltfußballs. Auf dem Weg zu seinem größten Triumph mit der argentinischen Nationalmannschaft bei der WM in Mexiko 1986 schuf er nach einem als Kopfball getarnten Handspiel im Viertelfinale gegen England selbst den Begriff „Die Hand Gottes“. Neben dem Platz wurde Diego Maradona wie ein Gott verehrt, vor allem in Neapel, wo er seine größten Kluberfolge feierte und einer ganzen Region zu neuem Selbstbewusstsein verhalf.

1987 holte er mit dem SSC Neapel erstmals die Meisterschaft. 1989 gewannen die Neapolitaner den UEFA-Cup, ein Jahr später den zweiten Titel in der Serie A. In sieben Jahren wurde der Mann mit der Rückennummer 10 (D10S) auch wie ein Gott verehrt, Statuen wurden zu seinen Ehren gebaut. Doch das Leben als Volksheld hatte auch seine Schattenseiten, die Maradona für den Rest seines Lebens begleitet haben. Das Stadion in Neapel wurde nach seinem Tod am 25. November 2020 nach ihm benannt.

Bis zu seinem zweiten Todestag ist in der Katholischen Kirche St. Heinrich in Hannover (Sallstr. 74) die Ausstellung „Maradona, der Göttliche?“ zu sehen, die bereits um die halbe Welt gegangen ist. Die Installation umfasst 134 Schwarz-Weiß-Bilder des italienischen Fotografen Sergio Siano, die Maradona während seiner Zeit in Neapel zeigen. Die Bilder dokumentieren seine Fußballkunst und die Verehrung, die ihm vor allem in Neapel zuteilwurde. Die Fotos hängen an sechs Meter langen Seilen. Bewusst sind sie im Kontrast und im Spiegel zum Ausstellungsort, einem sakralen Raum, angeordnet. Die Idee, die Bilder „am seidenen Faden“ von der Decke hängen zu lassen, ist eine Metapher für das Auf und Ab einer außergewöhnlichen Profikarriere: „Dass eine solche Heldenverehrung nicht gut ausgehen kann, ist in den Bildern bereits angelegt“, sagt Dirk Schröder, Vorsitzender des Fußball-Museums.

3 Bilder

Bei der Ausstellungseröffnung begrüßten Schröder, Thomas Harling und Marcus Olm neben zahlreichen Besuchern aller Altersklassen auch die Ehrengäste aus Italien – Siano und Yvonne de Rosa, Kuratorin der Ausstellung in Neapel, berichteten von ihren Erlebnissen mit dem Weltstar. „Ich war fünf, als mich mein Opa zum ersten Mal mit ins Stadion genommen hat. Er liebte Maradona. Als ich seinen Übersteiger gesehen habe, wusste ich, dass mir dieses Spiel gefällt“, erinnerte sich de Rosa. „Als wir den ersten Scudetto gewonnen haben, lagen sich die Menschen auf der Straße in den Armen und malten ihre Häuser blau an. Wir sind tagelang nicht in die Schule gegangen.“

Für den Künstler, der Maradona mit 16 Jahren erstmals abgelichtet hatte, ist die Ausstellung eine Liebeserklärung. „Diegos Bilder in einer Kirche zu sehen, ist für mich ein großes Geschenk und sehr emotional. Diego hat vielen armen Menschen geholfen“, so Siano, der in einem Armenviertel Neapels aufgewachsen war. „Die Kinder haben ihm beim Training zugesehen, er hat Liebe in unsere Stadt gebracht. Mit ihm haben wir alles gewonnen, danach nichts mehr.“

Themenabend: Am Mittwoch, 12. Oktober (19 Uhr, Kirche St. Heinrich, Sallstr. 74) findet eine Podiumsdiskussion zum Thema „Maradona, der Göttliche. Idol, Messias, gefallener Held?“ statt. Zu Gast sind Jan Rosenthal (Ex-Profi), Sandra Günter (Sportsoziologin der Uni Hannover) und Thorsten Leißer (Pastor und Fußballexperte).

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