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„Auf der Straße gibt’s nichts zu gewinnen“

SPRINGE. „Ich habe schon immer gerne gekämpft“, sagt Granit Ademi. Er mag es, wenn die Fäuste fliegen. Aber nicht auf der Straße. „Ich bin kein Rowdie“, sagt der 21-Jährige. Und: „Auf der Straße gibt’s nichts zu gewinnen.“

Granit Ademi vor seinem Kampf in Hamburg...
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Ademi kämpft im Oktogon, dem achteckigen Käfig des MMA – Mixed Martial Arts, also gemischte Kampfkünste. Im vorigen Jahr hat der Springer seinen ersten Profikampf absolviert, viele weitere sollen folgen.

UFC heißt Ademis Traumziel – die Ultimate Fight Championships in den USA sind so etwas wie die Champions League des MMA. Wer dort kämpfen darf, gehört zu den Besten. „Dann kann man auch davon leben“, sagt Ademi. So weit ist er noch nicht, er jobbt noch in der Firma seines Vaters. „Fünf, sechs gute Kämpfe“ brauche man, um es in die UFC zu schaffen.

Der 21-Jährige hatte erst einen. Im November unterlag er in Hamburg gegen Hejrad Haqparast. Eine Niederlage, die sich gelohnt hat. „Wir sind seit dem Kampf gut befreundet“, sagt Ademi, der so auch guten Kontakt zu Hejrads Bruder Nazrad pflegt – der hat es bereits in die UFC geschafft. „Von ihm kriege ich wertvolle Tipps“, sagt er.

...und im Oktogon gegen Hejrad Haqparast. Fotos: We love MMA

Als Elfjähriger begann Ademi mit dem Kickboxen. Bis er 15 war, bestritt er sieben Kämpfe – und gewann alle. Als sich dann der Klub auflöste, spielte er zunächst Fußball beim FC Springe. Dann fing er beim Springer Gradang Gym mit MMA an. Dabei sind alle Kampftechniken vereint: Schläge, Tritte, aber auch der Bodenkampf. Die Vielseitigkeit mache den Sport so interessant: „Ich trainiere mit Boxern, mit Kickboxern, aber auch mit Ringern – jeder ist in einer anderen Disziplin gut“, sagt Ademi, der vor wenigen Wochen zur Fightschool Hannover gewechselt ist. In Springe hatte er seinen Trainer Horst Beermann und den Münderaner Aron Fröhlich als Trainingspartner gehabt – in Hannover seien die Möglichkeiten besser.

Der nächste Kampf lässt für den Springer noch auf sich warten. Es waren schon einige geplant, aber entweder sagten die Gegner ab. Oder aber Ademi selbst musste passen – wie Anfang Februar in der Swiss Life Hall in Hannover, als er sich kurz vorher am Fuß verletzte.

Erst Ende des Jahres soll es wieder so weit sein. Drei Monate vorher wird die Vorbereitung anfangen. Dann trainiert Ademi „sechs Mal in der Woche, zwei bis drei Mal am Tag“. Das Verletzungsrisiko sei gar nicht so hoch, versichert der Springer. Alles ist schließlich auch beim MMA nicht erlaubt.

Ademi streicht mit dem Finger über seine Nase – die ist ein wenig schief. „Als ich zwei oder drei war, habe ich sie mir mal gebrochen“, sagt er, „beim Kämpfen ist noch nie was passiert.“



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