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Anakin soll leben – Völksener sammelt für ein Maskottchen

VÖLKSEN. Zum American-Football-Fan wurde Robert Demmer eher zufällig. „Meine Tochter hat Cheerleading in Hildesheim gemacht“, sagt der Völksener. Also begleitete er sie zu den Auftritten am Rand der Spiele der Hildesheim Invaders.

Bisher gibt es das Maskottchen „Anakin Vader“ nur als Zeichnung. Und als Häkelpüppchen. „Das haben uns die Fans von den Adlern Berlin geschenkt“, sagt Robert Demmer. Foto: Bertram
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Die Tochter hat mittlerweile die Lust am Cheerleading verloren – aber der Vater ist nach wie vor Feuer und Flamme für die Invaders. So sehr, dass er fast 2000 Euro gesammelt hat, damit die Mannschaft ein Maskottchen bekommt.

Das Logo der Invaders ist ein Helm. Nichts, das man durchs Stadion laufen lassen kann, damit es die Zuschauer animiert. Also organisierte Demmer zunächst einen Wettbewerb, bei dem Fans Entwürfe für ein Maskottchen einreichen konnten. Ein Außerirdischer mit Footballhelm und der Nummer 83 auf dem Trikot – „das ist das Gründungsjahr der Invaders“, so Demmer – machte das Rennen. Der Name: „Anakin Vader“.

Was noch fehlt, ist ein Kostüm, damit Anakin zum Leben erweckt werden kann. „Das kostet etwa 1500 Euro“, sagt Demmer. Zu viel für den Verein. Also wurde wieder der Völksener aktiv. Er startete eine Spenden-Aktion im Internet. 1000 Euro kamen so zusammen, „aus ganz Deutschland, auch von Fans von anderen Vereinen“, erzählt er. Verfeindete Fangruppen wie beim Fußball gebe es nicht: „Football ist ja Event.“

Den Rest wollte der Klub übernehmen. Doch weil die Footballsparte sich vom Hauptverein Eintracht Hildesheim ablöste, „ist die Sache versandet“, sagt Demmer. Dann hörte von der „Moneymail“ bei Radio ffn. Bei der Aktion senden Hörer Wünsche ein – werden sie dann aufgerufen, müssen sie sich beim Sender melden, bevor drei Lieder gespielt wurden.

Demmer, der vor einigen Jahren das Fanprojekt „Invadersnation“ ins Leben gerufen hat, machte mit – und hatte am Montag gerade sein Radio eingeschaltet, als er seinen Namen hörte. Von da an stand sein Handy nicht mehr still: „Wahnsinn, wie viele Leute das gehört haben und mir Bescheid geben wollten“, sagt er, „ich bin den ganzen Tag über den Teppich geschwebt.“ 750 Euro hat er gewonnen – zusammen mit den 1000 Euro von der Spendenaktion sollte es reichen für das Anakin-Vader-Laufkostüm.

„Jetzt brauchen wir nur noch einen, der es anzieht“, sagt Demmer. Er selbst will lieber weiter mit seiner Trommel auf der Tribüne Stimmung machen.

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