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HF gewinnen dramatisches Spiel gegen den Spitzenreiter 29:28 / „Alles, was Handball aus macht“

Alligators beißen sich an Springe die Zähne aus

Von Jan-Erik Bertram

Niklas Hermann (M.), hier gegen Enrico Lampe (l.) und Paul Otto)

Handball. Sonnabend gegen 19.30 Uhr. Beim Regionalliga-Spiel der HF Springe gegen die Aschersleben Alligators zeigt die Uhr 59:59 Minuten an. Es ist noch eine Sekunde zu spielen. Die fünf längsten Springer Spieler bauen am eigenen Kreis eine Mauer auf. Der Sechste, Dennis Melching, hatte Sekunden zuvor seine dritte Zweiminutenstrafe kassiert. Ascherslebens Vojislav Cocuz nimmt sich den Ball, versucht im Fallen irgendwie seitlich an der „Sauparkmauer“ vorbei zu werfen – vergeblich. Sekunden später liegen sich die Springer in den Armen und feiern gemeinsam mit knapp 450 Fans in der rappelvollen Halle des Schulzentrums Süd den 29:28 (9:11)-Erfolg gegen den Spitzenreiter. Bei drei Punkten Rückstand und nur noch drei ausstehenden Partien sind die Chancen der Springer, Aschersleben noch einzuholen, zwar gering. Sie haben den Titelkampf aber noch einmal spannend gemacht. Und: Die Qualifikation zur neuen Dritten Liga ist nun endgültig geschafft.

„Ich bin fix und fertig“, sagte HF-Spielertrainer Sven Lakenmacher bei der Pressekonferenz. Kein Wunder, die Partie war nichts für schwache Nerven. Die erste Halbzeit war geprägt von zwei bärenstarken Abwehrreihen. Während die Gäste allerdings ihre Angriffe zumeist effektiv abschlossen, zeigten die Springer in der Offensive Nerven und ließen gut ein halbes Dutzend Hundertprozentige aus. „Die Fehlwürfe haben wir zum Glück am Anfang verbraucht“, sagte Fabian Hinz.

Im zweiten Durchgang lief es plötzlich für die Gastgeber. „Das war eine famose Leistung“, so Lakenmacher, „wir haben absoluten Willen und Kampfbereitschaft gezeigt. Und der Funke ist aufs Publikum übergesprungen.“ Das stand wie eine Wand hinter den Springern, die Tor um Tor aufholten und beim 17:17 erstmals ausglichen (40.). Aschersleben war immer noch stark, „aber wir konnten den einen oder anderen Schritt in der Abwehr nicht mehr machen“, so Alligators-Co-Trainer Frank Seifert. „Ob es an der Kraft oder der Kondition lag – ich weiß es nicht.“ So zogen die Springer davon, vier Minuten vor dem Ende führten sie mit 28:24.

Die „Sauparkmauer“ hält: Jürgen Bätjer, Daniel Deutsch, Slava Gorpishin, Niklas Hermann und Sven Lakenmacher (v. r.) blocken den letzten Alligators-Freiwurf durch Vojislav Cocuz. Andreas Stange (l.) muss nicht mehr eingreifen. Foto: jab

Die Entscheidung war das noch lange nicht. Denn in den letzten sechs Minuten spielten die Springer fast nur noch in Unterzahl, weil erst Daniel Deutsch, dann Hinz und Melching Zweiminutenstrafen kassierten. Der Rückstand schmolz und zwei Minuten vor Schluss glich Kreisläufer Paul Otto für die Gäste aus. Es wurde dramatisch.

Noch 85 Sekunden: Deutsch trifft den Pfosten, die HF bleiben aber in Ballbesitz.

Noch 68 Sekunden: Die Springer nehmen eine Auszeit, um den letzten Angriff durchzusprechen.

Noch 41 Sekunden: Ascherslebens Ronny Böker kassiert eine Zeitstrafe, jetzt ist Springe in Überzahl.

Noch 25 Sekunden: Der starke Niklas Hermann, der kurz vor dem Seitenwechsel für den glücklosen Milan Djuric ins Spiel gekommen war, wuchtet den Ball zum 29:28 in die Maschen. Das Publikum tobt.

Noch sieben Sekunden: Melching kassiert seine dritte Zeitstrafe.

Noch eine Sekunde: Hermann hindert Cocuz mit einer Ringereinlage am Wurf. Der fällige Freiwurf landet im Block – die Revanche für die 31:32-Hinspielniederlage ist gelungen, der Springer Jubel kennt keine Grenzen.

„Dieses Spiel hatte alles, was Handball ausmacht“, so Lakenmacher. „Kampf, Härte und schöne Tore.“ Die Ascherslebener trugen den Rückschlag im Titelkampf mit Fassung. Seifert: „Wir haben es immer noch selbst in der Hand.“

HF Springe: Stange, Kinne – Lakenmacher (9/3), N. Hermann (6), Deutsch (5), Hinz (3), Wood (2), Bätjer (2), Müller (1), Gorpishin (1), Djuric, Melching, Kanngießer (n. e.).



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