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Action und Abenteuer auf dem Mountainbike

SPRINGE. Montags, kurz vor 18 Uhr. Die Inhaber der Geschäfte in der Springer Fußgängerzone bereiten sich langsam auf den Feierabend vor. Rund um den Marienbrunnen sammeln währenddessen sich immer mehr Kinder und Jugendliche mit Mountainbikes – ein Besuch beim Einsteigertraining des Radsport-Teams Springe.

Immer montags trifft sich die Kinder-Gruppe des Teams Springe am Marktplatz. Die Trainer Stefan Mindt (2. v. r.) und Niklas Werner (3. v. r.) bringen ihnen die Grundlagen des sicheren Fahrens bei. Fotos: Bertram
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Stefan Mindt ist der Vorsitzende des Vereins und der Trainer. Gemeinsam mit Niklas Werner begleitet er die 8- bis 15-Jährigen bei den Ausfahrten. Was sie im Einsteigertraining vor allem lernen: „Sicheres bergab fahren“, sagt Mindt. Das lernen die Nachwuchs-Fahrer vor allem im Deister, aber auch etwa rund um das Schulzentrum Nord. Da muss die Gruppe aber erstmal hinkommen.

Also gibt es klare Regeln, wie man in der Gruppe durch die Stadt fährt: In einer Kette hintereinander. Geredet wird dabei nicht, die Fahrer verständigen sich mit Handzeichen, die von vorne nach hinten weitergeben werden – so machen sie etwa auf Hindernisse oder Scherben auf dem Weg aufmerksam. Der 12-jährige Jonathan darf diesmal vorweg fahren. Über die Jägerallee geht es zum Landheim der Tellkampfschule und weiter in den Deister. An jeder Wegkreuzung hebt Jonathan die Hand und alle sammeln sich, ehe es weitergeht.

In der Feldmark wird die Kette aufgelöst – hier ist kein Autoverkehr mehr, jetzt können die Kinder und Jugendlichen auch nebeneinander fahren. Mindt erzählt derweil, worauf es ankommt beim Mountainbike fahren. Wichtig: „Wenn es schwierig wird, fährst du nicht im Sitzen“, sagt der 41-Jährige. Bergab wird im Stehen gefahren, die Füße auf gleicher Höhe, das Gewicht wird leicht nach hinten verlagert. „So fliege ich nicht über den Lenker, wenn ich die Vorderradbremse benutze“, erklärt Mindt. Die sei nämlich wichtiger als die hintere, weil sie kontrollierteres Bremsen ermögliche.

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Die Kinder trainieren das etwa an den Böschungen am Sportplatz des Schulzentrums Nord. Ab und an spielen sie hier auch Fahrradfußball, im nahen Wohngebiet üben sie auch mal das Treppenfahren. So holen sie sich die nötige Sicherheit für die Trails im Wald – wenn sie die haben, „ist der Rest eine Erfahrungssache“, sagt Mindt.

Er hat den Verein 1997 mitgegründet. Er ist hervorgegangen aus der damaligen Radsport-Sparte des SV Bison Springe. Das Kindertraining ist in der Region ein einmaliges Angebot – die Teilnehmer kommen auch aus Bad Münder, einer sogar aus Klein Süntel. „Wir hatten auch schon welche aus Barsinghausen“, sagt Mindt.

Die Trails, die die Springer fahren, das sind die schmalen und kurvigen Waldpfade fast direkt neben den breiten Forstwegen. „Wir wollen nicht zu tief in den Wald, um das Wild nicht zu stören“, sagt Mindt. Am Ende des Trails, den sie diesmal fahren, wartet eine tiefe Mulde als letztes Hindernis. „Vorsicht mit dem Tempo“, sagt Mindt.

Er weist die Kinder auf die dunkelbraune Färbung des Bodens hin. der achtjährige Jakob weiß, was das bedeutet: „Es ist nass“, sagt er – das bedeutet: Rutschgefahr. Oskar ist noch ein Jahr jünger und fährt gerade bergan – in einem zu großen Gang: „Mit der Gangschaltung haben die Kleineren oft noch Probleme“, sagt Mindt, „sie erkennen das Potenzial noch nicht.“ Aber auch Oskar kommt den Berg hoch zum Trail-Anfang – mehrmals, denn die Abfahrt macht zu viel Spaß, um sie nur einmal zu fahren. Ein spezielles Ausdauertraining brauchen die Kinder nicht. „Die kommt von selbst“, sagt Mindt, „wer runter fahren will, muss ja erst raufkommen.“

Nach einer knappen Stunde ist die Gruppe zurück am Marktplatz. Bis zum Beginn der Herbstferien machen die Kids ihre Trainingsausfahrten. Willkommen ist jeder, „der Bock hat, draußen zu sein und Action und Abenteuer zu erleben“, wirbt Mindt.



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