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„Absolut katastrophal“

Springe. Seit gestern ist so gut wie sicher: 2022 wird die Fußball-Weltmeisterschaft im deutschen Winter ausgetragen. Die FIFA-Exekutive wird im März beschließen, dass in Katar in sieben Jahren im November und Dezember gespielt wird, weil es in dem Emirat am persischen in den klassischen WM-Monaten Juni/Juli viel zu heiß ist. Das Thema lässt auch die heimischen Fußballer nicht kalt. NDZ-Redakteur Jan-Erik Bertram hat sich umgehört.

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„Total daneben“ findet es Sascha Fünfstück, der Vorsitzende des SC Alferde. „Die Hinrunde der Bundesliga endet eigentlich im Dezember. Jetzt müsste sie Ende Oktober enden, das wird für die Bundesliga-Vereine total schwer, wenn bis dahin englische Wochen anstehen.“ Gerade Klubs mit vielen Nationalspielen, die womöglich noch in der Champions League vertreten sind, wäre es ein großer Nachteil, „eine Vorbereitung auf die Rückrunde gäbe es auch nicht“.

Karsten Gelhaar, der Trainer der SG Flegessen, sieht es etwas entspannter: „Das sind ja alles Profis und keine Freizeitfußballer. Die Vereine und die Ligen kriegen das schon hin, es ist ja noch genug Zeit.“ Wenn man die WM in ein Land mit diesen klimatischen Bedingungen vergebe, hätte man keine andere Wahl, sagt Gelhaar süffisant. Und: „Die Wintersportarten werden es merken – dann gucken wir statt Biathlon halt Fußball.“

Sebastian Westenfeld vom FC Eldagsen findet die Entscheidung „absolut katastrophal und einfach nur materialistisch geprägt“. Ihm tut die Verlegung in den Winter auch für die Fans leid. „Gerade mit Mitte 20 ist es einfach eine tolle Sache, zum Beispiel im Biergarten die WM zu gucken. Das werden wir 2022 nicht haben. Das ist echt schade, gerade weil die WM nur alle vier Jahre stattfindet“, sagt er. Er ist sicher: „Das Thema Geld hat bei der Entscheidung eine ganz große Rolle gespielt.“

So sieht es auch Ricardo Diaz-Garcia, der Trainer des FC Springe: „Irgendjemand wird da wieder mal viel Geld dran verdienen.“



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