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Lauenauer Allkämpfer reisen für den nächsten Gürtel bis ins Allgäu

600 Kilometer für eine Prüfung

Lauenau. Carsten Bizer geht mit einem Messer auf Simon Rabe los. Rabe greift blitzschnell Bizers Arm, dreht ihn um und entwaffnet den Angreifer. Michael Kuring beobachtet die Szene. Gleich wird Rabe ihn angreifen – dann geht das Ganze von vorne los. Das Messer ist natürlich nur eine Attrappe und Rabe, Bizer und Kuring sind keine Kneipenschläger, sondern Kampfsportler von Victoria Lauenau. Am kommenden Wochenende legen sie in Memmingen im Allgäu ihre Prüfung zum 1. Kup, dem letzten Schülergrad im Allkampf Jitsu ab. Die Kampfsituation, der sogenannte „Freikampf“ ist Teil der Prüfungssimulation, die das Trio mit den Trainern Bernd und Janine Pospiech durchspielt.

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Autor:

von jan-erik bertram

Eine Matte weiter im Victoria Dojo tobt eine Horde Kinder – das Warmmachen des Taekwondo-Nachwuchses, der von Trainer Aljoscha Hergesell betreut wird. Auch die Kinder arbeiten auf die nächste Prüfung hin – die ist allerdings erst Ende April. Insgesamt knapp 60 Kinder trainieren Taekwondo in Lauenau – in den Ferien sind es immerhin noch fast 20. Allkampf Jitsu, ein Selbstverteidigungssystem, das hauptsächlich Elemente aus Taekwondo und Jiu Jitsu beinhaltet, betreiben bei der Victoria etwa 40 Sportler.

Pospiech und Spartenleiter Wolfgang Lange, die beide den 4. Dan haben, feiern im kommenden Jahr ein kleines Jubiläum: 25 Jahre sind sie dann „Allkämpfer“, seit 1996 in Lauenau. In Niedersachsen ist der Selbstverteidigungs-Mix kaum verbreitet – nicht nur deshalb reisen Rabe, Bizer und Kuring 600 Kilometer weit für eine Prüfung. „Wir können hier nur bis Braungurt prüfen“, sagt Lange. „Ich finde es ohnehin besser, wenn die Prüfer den Sportler nicht kennen – denn dann muss er durch Leistung überzeugen.“

Neben dem Freikampf gehören drei so genannte Kombinationen zum Prüfungsprogramm – vorgegebene Choreografien, bei denen Fuß- und Schlagtechniken sowie Blöcke präsentiert werden. Ein Bruchtest – das Durchschlagen von Brettern – gehört ebenfalls zum Programm.

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  • Spartenleiter Wolfgang Lange
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Ob Taekwondo oder Allkampf, Lange sind die Formen – so heißen die Kombinationen beim Taekwondo – am Liebsten: „Die fordern ein Höchstmaß an Konzentration und Körperbeherrschung.“ Das gelte zwar auch für den Kampf, „aber Formen kann man noch bis ins hohe Alter machen.“

Sehr alt ist Lange mit 55 zwar noch nicht, Interesse an weiteren Dan-Prüfungen hat er aber nicht mehr. „Mein Knie“, sagt er. Deshalb hat er eine Gelenk schonende dritte Sportart ins Programm der Sparte aufgenommen: Qi Gong, eine chinesische Meditations-, Konzentrations- und Bewegungsform.



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