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DHB-Pokal: Trainer Kuleshov nimmt knappe Niederlage gegen Zweitligist Nordhorn auf seine Kappe

27:29 – HF schnuppern an der Überraschung

Handball. Dass sich ein Zweitligist in der ersten Runde des DHB-Pokals bei einem Drittligisten durchsetzt, ist keine Sensation. Dass die Spieler der HSG Nordhorn-Lingen nach dem 29:27 (15:14)-Sieg bei den HF Springe aber einen ausgelassenen Freudentanz aufführten, zeigt, dass sie nicht gerade einen Spaziergang in die zweite Runde hinter sich hatten. Und tatsächlich lag die Überraschung lange in der Luft – acht Minuten vor Schluss hatten die Springer noch mit 26:23 geführt.

Starker Einstand: Kreisläufer Nikolaos Tzoufras (2. v. r.) hatte in seinem ersten Pflichtspiel für die HF eine Trefferquote von
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Trainer Oleg Kuleshov nahm die Schuld für die vermeidbare Niederlage auf sich: „Es lag zu hundert Prozent an mir, ich habe einen großen Fehler gemacht“, sagte er. Er meinte die Zwei-Minuten-Strafe, die er in der 49. Minute kassierte. Zu dem Zeitpunkt führte sein Team mit 24:21 und hätte ohne Kuleshovs Fauxpas (siehe auch „Am Rande“) zwei Minuten in Überzahl gespielt – und die Führung womöglich ausgebaut. Es ehrt den neuen HF-Coach, dass er die Verantwortung übernimmt. Den Siebenmeter, der das 25:21 hätte bringen können, verwarf allerdings nicht er, sondern Fabian Hinz.

Die etwa 350 Zuschauer in der Halle des Schulzentrums Süd nahmen der Mannschaft die Niederlage nicht übel. Denn sie sahen „ein rassiges Erstrundenspiel mit hoher Intensität“, so Nordhorns Trainer Heiner Bültmann. Es war sogar so intensiv, dass Springes Claus Karpstein die Rote Karte sah (29.). Er hatte Nils Meyer mit der Hand am Auge getroffen – ohne Absicht, wie Karpstein beteuert: „Er überstreckt meinen Arm, ich versuche mitch rauszudrehen und treffe ihn.“ Auf Nordhorner Seite war zuvor Rückraumspieler Jens Wiese verletzt ausgefallen (17.).

Daniel Deutsch war der Mann der Anfangsphase. Er erzielte vier der ersten fünf HF-Treffer – danach blieb er im Angriff allerdings blass. Auch Kreisläufer Nikolaos Tzoufras überzeugte – wann immer er zum Wurf kam, traf er. Dennoch zog Nordhorn, vor allem Dank einer starken Abwehr, vor der Pause auf 8:12 davon. Doch begünstigt durch zwei Zeitstrafen für die Gäste kam Springe zur Halbzeit auf 14:15 heran.

Nach dem Seitenwechsel wurde Nils Eichenberger zum besten Springer. Der Zugang aus Hildesheim traf von Rechtsaußen, wie er wollte – möglicherweise, weil jetzt sein langjähriger Teamkollege aus Hildesheim, Kay Behnke, der für Karpstein in die Partie kam, neben ihm spielte. „Natürlich spiele ich mit Kay schon lange zusammen. Aber ich kann Claus auch keinen Vorwurf machen“, so Eichenberger.

Seine sechs Treffer reichten am Ende aber ebenso wenig, wie die lautstarke Unterstützung des Publikums. Die Umstellung in der Nordhorner Abwehr in der Schlussphase schmeckte den Springern nicht, die zudem Nerven zeigten. Einen Fußfehler von Deutsch sowie ein Missverständnis beim Wechsel von Tzoufras und Slava Gorpishin nutzte HSG-Kreisläufer Toon Leenders, um die Gäste mit 27:26 in Führung zu bringen. Eichenberger glich nach einem Pass des starken HF-Keepers Andreas Stange noch einmal aus, doch Meyer stellte den alten Abstand wieder her. Als Deutsch 45 Sekunden vor Schluss über das Tor warf, war die Messe gelesen. Bültmann nahm noch eine Auszeit, anschließend spielte der Zweitligist die Uhr routiniert runter, Alex Tenwolbeck traf sogar noch zum Endstand.

Am kommenden Sonnabend (18 Uhr) starten die HF gegen Achim/Baden in die Liga – das Spiel gegen Nordhorn hat gezeigt, dass mit Springe im Titelrennen zu rechnen ist.

HF Springe: Stange, Herold (bei einem Siebenmeter eingesetzt) – Eichenberger (6), Tzoufras (5), Deutsch (5), Hinz (4/1), Fauteck (4), Karpstein (2), Behnke (1), Djuric, Gorpishin, N. Hermann (n. e.), Kolditz (n. e.)


Mehr Fotos vom Pokalfight gegen Nordhorn finden Sie HIER.



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