Silbermedaille bei der Handball-WM

Diese Mannschaft taugt als Vorbild

Sport ohne Lamentieren und Theatralik: Die DHB-Frauen nach dem Finale.

And the winner is ... Deutschland. Okay, Gold haben die deutschen Handballerinnen im Finale der Weltmeisterschaft nach toller Leistung gegen Norwegen knapp verpasst. Aber was die Mannschaft in drei aufregenden WM-Wochen im eigenen Land sowie in den Niederlanden an Emotion, Freude und Authentizität transportiert hat, ist mehr wert als Platz eins.

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Diese 18 Frauen samt Trainerteam um Chef Markus Gaugisch haben derartig viel Spaß gemacht und waren – auch durch sympathische Clips in den sozialen Medien – so nahbar, dass sie als Vorbilder für das in den vergangenen Jahren in Sachen Erfolg darbende Sportdeutschland taugen. Zudem ist es angenehm, wenn Sport ohne Lamentieren und Theatralik auskommt. Dem Fußball geht das leider ab. Zwei Minuten Zeitstrafe: keine Diskussion, hinsetzen, weitermachen. Herrlich!

Volle Hallen und helle Hosen

Das (und viele Siege) sorgte(n) für volle Hallen in Stuttgart und Dortmund. Zumindest bei Partien mit Beteiligung der deutschen Mannschaft, teilweise sogar bei anderen. Zur Wahrheit gehört jedoch auch, dass das Topduell Norwegen gegen Schweden etwa gerade mal – wohlwollend geschätzte - 2000 Fans in Dortmund live verfolgten.

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Zwei Minuten Zeitstrafe: keine Diskussion, hinsetzen, weitermachen. Herrlich!

Wie viele Großereignisse hatte auch die 27. Handball-WM Nebenschauplätze. Da war die skandinavische Petition, dass Frauenteams nicht in weißen Hosen spielen sollten, weil dies inkompatibel mit der Menstruation sei und für Unwohlsein sorge. Der Weltverband IHF zierte sich, die Vorschrift zu streichen, verwies auf den knappen Zeitplan, ließ sich aber auf einen Kompromiss (helle Trikots, dunkle Hosen) ein. Deutschland bestritt letztlich kein Match in weißen Shorts. Geht doch! Dieser Passus sollte trotzdem schleunigst weg.

Dazu kam TV-Ärger: Die Öffentlich-Rechtlichen übertrugen erst ab dem Viertelfinale. Ein Streaminganbieter zeigte alles – im Paket für rund 15 Euro. Bei echtem Interesse wäre das wohl für die meisten erschwinglich gewesen.

Die nächste WM findet 2027 in Ungarn statt. ProSieben und Sat.1 waren im Mai schon in Vorleistung gegangen und hatten sich die Exklusivrechte langfristig gesichert. Das deutsche Frauen-Nationalteam hat nun zurückgezahlt. Auch ohne Weltmeistertitel.