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HF Springe: In der Grauzone zwischen Amateur- und Profisport

SPRINGE. Wer in der 3. Liga spielt, sitzt zwischen den Stühlen. Der Trainingsaufwand und die Länge der Auswärtsfahrten sind im Leistungssportbereich anzusiedeln. Die Entschädigungen dagegen sind in den seltensten Fällen so professionell.

An Einsatz mangelt es Pawel Niewrzawa nicht – die Bindung zum Team fehlt dem polnischen HF-Neuzugang aber noch. Foto: bertram
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Soll heißen: Wer in der 3. Liga spielt, muss den Sport mit Beruf respektive Studium in Einklang bringen. Dass es gar nicht so einfach ist, dann immer konstante Leistungen zu bringen, sieht man gerade an den HF Springe, die wie die meisten Konkurrenten überwiegend „Feierabend-Profis“ beschäftigen.

Die Blamage vor einer Woche beim damaligen Tabellenletzten Potsdam, der mühsame Sieg zuletzt gegen das neue Schlusslicht Burgwedel – sie lassen sich wohl nicht nur damit erklären, dass die Mannschaft schlechte Tage hatte. „Die Vorbereitung auf die Spiele sind nicht immer optimal“, sagt Rechtsaußen Nils Eichenberger. Und das liegt eben auch an dieser Lage der HF in der Grauzone zwischen Profi- und Amateursport.

So weilt Kapitän Fabian Hinz seit einigen Wochen berufsbedingt in England. Jonas Borgmann kann wegen eines Praktikums nur freitags trainieren. Fallen dann noch Spieler krank aus – wie vor dem Potsdam-Spiel – wird es schwierig im Training. „Und es passieren auch immer mal komische Dinge“, sagt Eichenberger.

Er meint etwa den Abgang von Torwart Marius Aleksejev kurz nach dem Saisonbeginn. Oder dass Nikos Passias, der erst nach dem Saisonstart mit Zweitspielrecht von Eintracht Hildesheim kam, zuletzt nicht dabei war: „Er wird wohl gerade in Hildesheim gebraucht.“

Und auch die Neuverpflichtung von Pawel Niewrzawa sorgt für eine Umstellung im Training: „Du trainierst erst mal für den neuen Spieler“, sagt Eichenberger. Der polnische Nationalspieler Niewrzawa gab gegen Burgwedel sein Heimdebüt – die Bindung zu seinen neuen Teamkollegen hat er nach zwei Wochen noch nicht. „Er ist ein Mann mit Qualität, aber die 3. Liga ist stark, da kommst du so locker nicht rein“, sagt HF-Coach Oleg Kuleshov. „Er braucht Zeit, aber ich erwarte natürlich mehr von ihm.“ Niewrzawa ist schließlich einer der wenigen Profis im Team, wie auch Patrik Krok, der ebenfalls noch unter seinen Möglichkeiten spielt.

Grund zur Sorge gibt es bei den Springern freilich nicht. „Mit fünf Minuspunkten stehen wir gut da“, sagt Eichenberger. Zudem kehrt Hinz aus England zurück und auch Borgmann kann ab Dezember wieder regelmäßig trainieren – das sollte sich spätestens in der Rückrunde bemerkbar machen.

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