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Handballfreunde haben die 2. Liga immer im Hinterkopf

SPRINGE. An diesem Wochenende hätten die Handballfreunde Springe ihr Heimspiel gegen Norderstedt austragen sollen. Da Norderstedt sein Team allerdings kurz vor dem Saisonstart abgemeldet hatte, haben die Springer spielfrei – wie auch am Verfügungsspieltag am kommenden Wochenende.

Oleg Kuleshov glaubt, dass die 2. Liga mit Springe noch einmal möglich ist, „aber wir müssen die Basis dafür schaffen“, sagt er. Foto: Bertram
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Trainer Oleg Kuleshov nutzt die Pause, um mit der Mannschaft Kondition für das letzte Saisondrittel aufzubauen – und zieht im Gespräch mit der Presse eine Zwischenbilanz.

„Wir haben in der Hinrunde nicht schlecht gespielt“, sagt der Russe. „Wir haben ja mit Sergej Gorpishin, Maximilian Kolditz und Tim Coors wichtige Leute verloren. Dafür kamen mit Jakob Bormann und Jonas Borgmann eigene junge Spieler mit wenig Drittligaerfahrung. Und dann ist unser Torwart früh gegangen.“ Dafür sei Rang drei in der starken Nordstaffel eine gute Platzierung. Und: Gegen zwei der direkten Konkurrenten, Altenholz und Schwerin, ist das Punktekonto ausgeglichen, „obwohl sie in der Breite deutlich besser besetzt sind als wir“.

Mit den Spielen gegen Hamburg und Altenholz hätte der Rückrundenauftakt nicht schwieriger sein können, „nach den zwei Niederlagen war die 2. Liga weg“, sagt der Coach – und das Selbstvertrauen auch. „Ich habe noch nie so viel gesprochen wie in der Woche vor dem Schwerin-Spiel“, sagt er. Es hat sich gelohnt. Beim Heimsieg am vorigen Wochenende „hat die Mannschaft gespielt wie in der Hinrunde, mit Leidenschaft und Emotionen – das war ganz wichtig für die Moral.“ Die Saison sei noch nicht vorbei: „Wir können noch Zweite werden, aber dafür brauchen wir Schützenhilfe.“

Wozu Kuleshov sich noch geäußert hat:

2. Liga: „Wir haben sie im Hinterkopf, weil wir schonmal da waren. Die Vorgabe aufzusteigen haben wir aber nicht. Ich habe das Gefühl, dass Springe die Möglichkeiten dafür hat, aber wir müssen die Basis dafür schaffen.“

Eigengewächse: „Jakob Bormann, Jonas Borgmann und Daniel Hoffmann sind der Beweis, dass es der eigene Nachwuchs in die 3. Liga schaffen kann. Wir können Nachwuchsarbeit. Diesen Weg wollen wir weitergehen.“

Tim Otto: „Es ist doch normal, dass er dieses Jahr nicht so konstant stark spielt. Vor der vorigen Saison kam er aus der Oberliga, keiner kannte ihn, er konnte ohne Druck spielen. Seine Leistung im zweiten Jahr zu bestätigen, ist viel schwieriger.“

Pawel Niewrzawa: Der polnische Nationalspieler war im November nach Springe gekommen, vor dem Schwerin-Spiel suspendierte ihn Kuleshov: „Die Chemie hat nicht gestimmt. Er wird nicht mehr für uns spielen“, sagt der Trainer, „es reicht in der 3. Liga in Deutschland nicht, einen bekannten Namen zu haben, dafür ist sie zu stark.“ Was genau sich Niewrzawa hat zuschulden kommen lassen, verrät Kuleshov nicht.

Zuschauerresonanz: Einen Zuschauerschnitt von 700 peilen die HF mittelfristig an. Bislang liegen sie bei etwa 400. „Wenn man gut spielt, kommen mehr, wenn man schlecht spielt, weniger“, sagt Kuleshov lakonisch, „wir wollen die Zuschauer mit unserem Handball überzeugen, wir brauchen die Unterstützung. Aber es muss mit der Zeit wachsen.“

Manager Dennis Melching: „Ich bin dankbar, dass er mich bei der Sache mit Niewrzawa unterstützt hat. Er spielt hier eine ganz wichtige Rolle. Ich glaube nicht, dass ohne ihn zum Beispiel ein Sebastian Preiß hier spielen würde.“

Sebastian Preiß: „Es ist toll, wie er seine Erfahrung weitergibt und wie er trotz seiner Erfolge menschlich auf dem Boden geblieben ist. Gespräche mit ihm laufen, ich glaube, es sieht gut aus, dass er seinen Vertrag verlängert.“

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