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Für HF-Kreisläufer Preiß ist HSV im Topspiel der Favorit

SPRINGE. Fast elf Jahre ist es her – das Wintermärchen der deutschen Handballer. Am 4. Februar 2007 gewannen die Deutschen das WM-Finale im eigenen Land gegen Polen mit 29:24. Damals gemeinsam auf dem Feld: Kreisläufer Sebastian Preiß und Linksaußen Torsten Jansen. Freitag treffen die beiden Weltmeister sich wieder.

Fast 37 und noch topfit: Sebastian Preiß hat in Springe noch kein Spiel verpasst. Foto: Bertram
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Preiß, immer noch Kreisläufer, gastiert mit den HF Springe um 20 Uhr zum Topspiel der 3. Liga Nord beim Tabellenführer HSV Hamburg, wo Jansen mittlerweile Trainer ist.

Und mit Personalproblemen zu kämpfen hat. Blazenko Lackovic, mit dem Jansen 2013 die Champions League gewann, fällt bis zum Saisonende aus, eine Handvoll weiterer Spieler sind verletzt oder angeschlagen. „Warten wir mal ab, wer wirklich spielt“, sagt Preiß, der sich von vermeintlichen Verletztenmeldungen des Gegners nicht einlullen lassen will. Und auch Jansen sagte dem Hamburger Abendblatt: „Wir verfügen über einen großen Kader und sollten nicht jammern. Wenn wir gewinnen wollen, muss aber alles passen.“

Der Respekt voreinander ist groß. Kein Wunder: Hamburg ist als Tabellenführer mit vier Minuspunkten belastet, Springe als Dritter mit fünf. Dazwischen liegt Altenholz mit sechs Miesen – der Vorjahresmeister hat ein Spiel mehr absolviert, die Partie heute Abend in der Alsterdorfer Sporthalle ist ein Nachholspiel vom ersten Spieltag.

Deshalb gibt es auch eine schnelle Revanche: Schon am 13. Januar gastieren die Hamburger in der Sporthalle des Schulzentrums Süd, für die HF liegt dazwischen nur noch das Auswärtsspiel am nächsten Wochenende bei Zweitliga-Absteiger Empor Rostock. Von einer Vorentscheidung im Titelkampf will Preiß aber nichts wissen. Die Springer wären selbst bei zwei Siegen gegen Hamburg noch längst nicht durch: „Die Saison ist noch so lang, und wir haben die ganzen Derbys in der Rückrunde auswärts“, sagt Preiß.

Sein Team sei aber „ganz gut im Soll“. Das Ziel, oben mitzuspielen, haben die Springer bislang erreicht, „wir haben aber immer noch Schwankungen im Spiel“, so Preiß. Das sei den beruflichen Verpflichtungen einiger Mitspieler geschuldet, die zum Teil nicht regelmäßig trainieren können, der Neuverpflichtung von Mittelmann Pawel Niewrzawa, „der noch Zeit braucht, um reinzukommen“. Und auch der immer noch dünnen Personaldecke: „Wir haben ja zum Beispiel nur einen Linkshänder im Rückraum“, sagt Preiß.

Die Favoritenrolle heute Abend gibt er daher an die Hamburger ab, „die haben ganz andere Ambitionen und ein ganz anderes Umfeld als wir“, sagt Preiß, „und bei 3000 Zuschauern hast du zu Hause natürlich einen kleinen Vorteil.“ Nichtsdestotrotz „freuen wir uns absolut drauf. Vor so einer Kulisse zu spielen, macht Jedem Spaß“, betont Preiß.

Der Kreisläufer wird im Februar 37, an das Karriereende denkt er aber noch nicht. „Ich glaube, ich habe noch kein Spiel verpasst, seit ich in Springe bin“, sagt Preiß, „ich fühle mich gut und habe noch Lust, weiter zu spielen.“ Ob in Springe, wo sein Vertrag am Saisonende ausläuft, oder anderswo – darüber habe er sich noch keine Gedanken gemacht.

Schließlich steht zunächst mal das Spitzenspiel auf dem Programm, auf das sich auch Oleg Kuleshov freut: „In einer gut gefüllten Halle treffen wir auf einen starken Gastgeber, der Zweitliga-Niveau besitzt. Auf solche Spiele arbeitet man als Handballer die ganze Saison hin“, sagt der HF-Trainer. Für Springes Torwart Mustafa Wendland wird es eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte: Von 2008 bis 2011 spielte der heute 25-Jährige in der HSV-Jugend.

Das Spiel wird im Internet auf sportdeutschland.tv live übertragen. Die Handballfreunde bieten in ihrem Clubheim an der Harmsmühlenstraße ein Public-Viewing an.

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