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Daniel Deutschs schwerer Start als Coach

SPRINGE. Lange war Daniel Deutsch Kapitän der Handballfreunde Springe. Nach dem Aufstieg in die 2. Liga wechselte er vor zweieinhalb Jahren zum VfL Potsdam, wo er mittlerweile Trainer ist. Am Sonntag (16 Uhr) empfängt er mit dem VfL seinen Ex-Klub zum Duell in der 3. Liga Nord.

Daniel Deutsch
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Jan-Erik Bertram Redakteur zur Autorenseite

Als Spieler stand Deutsch fast immer auf der Sonnenseite. Mit der TSV Hannover Burgdorf stieg er in die 2. und 1. Liga auf. Mit den Handballfreunden spielte er fast immer oben mit – und schaffte in seinem letzten Jahr am Deister 2015 den Aufstieg in die 2. Liga. Und auch mit dem VfL Potsdam gehörte er zwei Jahre lang zur Spitzengruppe der 3. Liga Nord. Jetzt als Trainer in Potsdam lernt Deutsch gerade die Schattenseite kennen. Sein Team ist Schlusslicht der 3. Liga Nord.

Viele Springer Spieler kennt der ehemalige HF-Kapitän noch aus gemeinsamen Zeiten. „Jakob Bormann und Jonas Borgmann habe ich in der Jugend selbst noch trainiert“, sagt er. Eigentlich freue er sich auf das Wiedersehen, sagt Deutsch, „aber ich hätte vielleicht gerade auch lieber einen anderen Gegner.“

Schließlich kristallisieren sich die Springer neben Altenholz und Hamburg als einer der großen Favoriten der Staffel heraus. „Von der Erfahrung her ist das die beste Mannschaft“, sagt Deutsch. Und bei den Potsdamern verschärft jede Niederlage die Situation, „da kommen irgendwann mentale Probleme, da helfen eigentich nur Erfolgserlebnisse“, sagt Deutsch.

Er hat seinen Wechsel auf die Trainerbank trotz der schwierigen Situation nicht bereut. „Das wäre ja Quatsch“, sagt er. „Ich hätte auch noch zwei Jahre spielen können, aber ich hatte schon lange vor, als Trainer zu arbeiten – und Potsdam hat mir die große Chance geboten.“ Schon nach der Hinrunde der vorigen Saison war Deutsch als Nachfolger des scheidenden Jens Deffke vorgestellt worden.

Was sich für ihn vor allem geändert hat: „Als Spieler konntest du dich nach einem schlechten Spiel im Training auspowern und die schlechte Laune wettmachen. Das geht jetzt nicht mehr – als Trainer machst du dir ständig einen Kopf. Es ist schwerer abzuschalten“, sagt Deutsch.

Nicht nur auf der Trainerbank in Potsdam gab es einen Wechsel – auch im Team war der Umbruch groß. Mit Justus Dierberg und Nils Gugisch gingen die beiden Toptorjäger des VfL, die zusammen 384 Mal trafen, zu Zweitliga-Aufsteiger HC Elbflorenz, neben Deutsch beendete nach der vorigen Saison auch VfL-Kapitän Robert Weiß seine Karriere. „Wir haben sieben,acht Leute dazu geholt, die wenigsten haben Erfahrung auf diesem Level“, sagt Deutsch. „Das war ein großer Umbruch. Dazu kommt: Es gibt in der Liga kein Fallobst. Uns zähle ich auch nicht dazu.“ Bei Spitzenreiter Altenholz holten die Potsdamer immerhin einen Punkt – unterschätzen werden die Springer sie also nicht.

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