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21. Spieltag

Rückschlag für BVB: 3:3 gegen Hoffenheim trotz 3:0-Führung

Dortmund (dpa) - Lange Zeit gab es berauschenden Zauberfußball, doch am Ende jede Menge Frust. Noch weit nach dem Abpfiff einer denkwürdigen Partie trauerten die Profis von Tabellenführer Borussia Dortmund der vertanen Chance nach, einen weiteren Schritt Richtung Meistertitel zu tun.

Dortmunds Raphael Guerreiro (l) im Zweikampf gegen Hoffenheims Kapitän Benjamin Hübner. Foto: Ina Fassbender

«Das ist ein sehr, sehr bitterer Ausgang», klagte Angreifer Mario Götze im Anschluss an das 3:3 (2:0) gegen 1899 Hoffenheim, «das sollte uns nach einer 3:0-Führung zu Hause nicht passieren.»

Ohne die Regie des an einem grippalen Infekt erkrankten Trainer Lucien Favre, der aus dem heimischen Krankenzimmer per Telefon einzugreifen versuchte, verspielte der BVB in fahrlässiger Manier einen bereits sicher geglaubten Sieg. Selbst die Treffer von Jadon Sancho (32.), Götze (43.) und Raphael Guerreiro (67.) gaben keine Sicherheit. Binnen 15 Minuten bescherten die Hoffenheimer Schützen Ishak Belfodil (75./87.) und Pavel Kaderábek (83.) der Borussia die nächste Enttäuschung nach dem Pokal-Aus gegen Bremen. «Wir haben eine unglaublich gute Mentalität gezeigt», schwärmte Gäste-Coach Julian Nagelsmann.

Momentan scheint der seit nunmehr drei Spielen sieglose BVB nicht in der Lage, eine Führung über die Zeit zu bringen. Das war sowohl am vergangenen Wochenende in Frankfurt (1:1) als auch gegen Bremen (2:4 i.E.) der Fall. Diesmal fühlten sich manche Zuschauer gar an das spektakuläre Revierderby in der vergangenen Saison erinnert, als sogar ein 4:0 noch verspielt wurde. Favre-Assistent Edin Terzic versuchte erst gar nicht, die Schwäche des Teams abzustreiten «Das sind Fakten, aber wir stehen immer noch auf Platz eins. Wir haben eine junge Mannschaft, der wir Fehler zugestehen. Das sind sicherlich Dinge, an denen wir arbeiten werden.»

Bis zur 75. Minute bot der Ligaprimus auch ohne den verletzten Kapitän Marco Reus eine sehenswerte Vorstellung, verlor aber nach dem Anschlusstreffer zum 1:3 die defensive Stabilität. Vor allem die wackelige Schlussphase taugte nicht als Mutmacher für das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League bei Tottenham Hotspur. Gleichwohl demonstrierte Sebastian Kehl Gelassenheit. «Wir waren im Erfolgsfall ruhig und werden das auch jetzt wieder hinkriegen. Wir werden uns jetzt schütteln und am Mittwoch unseren Weg weitergehen», sagte der Leiter der Lizenzspielerabteilung.

Als ein Gewinner geht Gäste-Trainer Nagelsmann aus der Partie hervor. Nach der schwachen Vorstellung seines Teams in der 1. Halbzeit stellte er zur Pause um und wechselte den späteren zweimaligen Torschützen Belfodil ein. Über seinen Schachzug verlor er nicht viele Worte, war aber guter Dinge, dass der Coup von Dortmund seiner seit nunmehr acht Auswärtsspielen ungeschlagenen Mannschaft beim Kampf um einen Europacup-Platz Auftrieb gibt: «Das ist sicherlich ein Lerneffekt. Ich habe die Mannschaft gelobt, weil es heute außergewöhnlich war. Aber es geht im Sport immer auch darum, das nächste Woche wieder zu bestätigen.»

Berauscht vom Happy End gab Mittelfeldspieler Florian Grillitsch die Devise für die kommenden Wochen aus: «Man soll nie aufhören zu glauben.»



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