„Überragend“ und „unter Strom“: SC Freiburg und Mainz 05 historisch gut
Beide standen nie zuvor im Europapokal-Viertelfinale. Doch sowohl der SC Freiburg in der Europa League als auch der 1. FSV Mainz 05 in der Conference League haben mit Hinspielsiegen den Grundstein dafür gelegt, dass die internationale Reise sogar noch weitergeht. Das Halbfinale ist für die Fußball-Bundesligisten nah. Die deutsche Siegeswoche nach dem 2:1 des FC Bayern München bei Real Madrid in der Champions League setzte sich damit fort.
Beim überzeugenden 3:0 (2:0) seines SC Freiburg gegen Celta Vigo stand Matthias Ginter nicht nur wegen seines Kopfballtors zum Endstand (78.) im Fokus. „Besser geht’s nicht“, sagte Freiburgs Trainer Julian Schuster über seinen Abwehrchef. Ginter hatte eine starke Leistung gezeigt – wieder mal. „Überragend“ habe Ginter gespielt, sagte Rekordnationalspieler Lothar Matthäus als RTL-Experte.
Ist da noch was drin in Sachen Weltmeisterschaft? Er habe alles dazu gesagt, so Ginter: „Ich versuche das, was ich machen kann, zu beeinflussen“. Für Deutschland zu spielen, sei das „Allergrößte“. Bei den Testspielen im März gehörte der Weltmeister von 2014 nicht zum DFB-Aufgebot. Bundestrainer Julian Nagelsmann erklärte, dass der Zug zur WM noch nicht abgefahren sei. Das bislang letzte seiner 51 Länderspiele absolvierte Ginter vor fast drei Jahren.
Die weiteren Treffer hatten Vincenzo Grifo (10.), in der Liga eher Joker und in der Europa League ein Freiburger Leistungsträger, und Niklas Beste (32.) für die Breisgauer erzielt.
Erfolgreicher als Eintracht Frankfurt
In der Conference League hatten es zuvor deutsche Teams nicht einmal ins Achtelfinale geschafft. Bei den bisherigen vier Austragungen des kleinsten europäischen Wettbewerbes war spätestens in der Zwischenrunde (Eintracht Frankfurt, 2023/2024) respektive den Play-offs (1. FC Heidenheim, 2024/2025) Schluss. Somit hat Mainz 05 bereits jetzt Pionierarbeit geleistet. Doch das muss noch längst nicht das Ende sein. Das 2:0 (2:0) gegen Racing Straßburg lässt dem Team alle Optionen auf dem Weg zum Finale, das in Leipzig stattfindet.
Eine Rudelbildung gegen Ende wollten die Mainzer nach ihrem Erfolg gegen die zuvor ungeschlagenen Franzosen nicht überbewerten. „Ich glaube, das war eine Einzelreaktion. Wir stehen alle unter Strom, und ich glaube, das hat sich in der Situation einfach mal ein bisschen entladen“, sagte Verteidiger Danny da Costa. Die hitzige Szene könnte dennoch ein Vorgeschmack auf das Rückspiel am Donnerstag (21 Uhr) in Straßburg sein. Quasi mit Abpfiff gerieten Armindo Sieb und Straßburgs Diego Moreira aneinander, fassten sich gegenseitig an den Kopf. Es kam zum Handgemenge, beide sahen Gelb.
Stefan Posch traf schon in der 19. Minute per Volley zum 2:0-Endstand, nachdem Kaishu Sano den FSV in Führung gebracht hatte (11.).
RND/Mit Material der dpa