Österreich scheitert an der Türkei

EM-Aus fühlt sich für Rangnick „sehr grotesk“ an – Gregoritsch berichtet von Tränen

Das EM-Aus hat Österreich-Trainer Ralf Rangnick geschockt.

Tief enttäuscht und völlig durchnässt schlich Ralf Rangnick nach dem Ende aller EM-Träume zu seiner Trainerbank. Österreichs deutscher Chefcoach setzte sich nur langsam hin und nahm seine Kappe ab, während sich im anderen Teil des Stadions in Leipzig das komplette Gegenteil abspielte. Dort feierte die türkische Mannschaft vor tausenden Fans ihren überraschenden 2:1-Erfolg gegen die nach einer starken Vorrunde als Mitfavorit gehandelten Österreicher. Rangnick, der wegen seines Jobs als Nationaltrainer und die Chance auf den EM-Titel sogar eine Offerte des FC Bayern abgelehnt hatte, wirkte geschockt.

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Und das änderte sich auch kurz nach der knappen Pleite im Interview mit MagentaTV nicht. „Wir haben sehr, sehr, sehr, sehr unglücklich verloren mit einem Torschussverhältnis von 21:6 für uns“, konstatierte der 66-jährige Schwabe. Tatsächlich dominierte Österreich die Partie, kassierte jedoch nach zwei Ecken zwei Gegentreffer durch Merih Demiral (1. und 59.) Minute. Mehr als den Anschlusstreffer von Michael Gregoritsch (66.) gelang dem deutschen Nachbarland nicht. „Wir hatten heute mindestens so viele klare Torchancen wie beim Freundschaftsspiel im März, als wir 6:1 gewonnen haben. Der Unterschied war, dass wir sie damals gemacht haben und heute nicht“, monierte Rangnick.

Gregoritsch über Österreich-Aus: „Ein paar von uns haben geweint“

Auch wegen des Chancenwuchers und den für die Österreicher so schmerzhaft effektiven Türken fühle es sich Rangnick zufolge „sehr surreal, sehr grotesk an, dass wir nach so einer Leistung die Heimreise antreten müssen“.

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So traurig wie ihr Coach waren auch die österreichischen Spieler. „Ein paar von uns haben geweint“, verriet Torschütze Gregoritsch. „Ich glaube, dass es sehr, sehr schade ist, heute so auszuscheiden.“ Verdient sei das EM-Aus für seine Mannschaft nicht gewesen, merkte der Freiburger an, gab sich dennoch als fairer Sportsmann: Man müsse „der Türkei Respekt zollen“, mahnte der Angreifer an. „Wenn sie nach 90 Minuten 2:1 gewinnen und so verteidigt haben und durch zwei Standards das Spiel gewinnen, stehen sie dementsprechend auch verdient im Viertelfinale.“

Was Österreich hätte besser machen können? Die Antwort auf diese Frage fiel Gregoritsch schwer: „Manchmal ist Fußball so, manchmal kann Fußball sehr grausam sein“, sagte der 30-Jährige.