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Wie wirken heimische Pflanzen?

BOITZUM. Heimische Kräuter statt Pillen: So manches Pflänzchen aus der Naturapotheke wirkt wahre Wunder, weiß Gudrun Fischer-Seidel. Wenn es um die Wirkung von Pflanzen geht, kennt sich die Boitzumerin bestens aus.

Die Boitzumer Kräuterexpertin Gudrun Fischer-Seidel weiß, wie verschiedene Kräuter aus unserer Heimat dabei helfen können, die eigene Gesundheit zu fördern. FOTO: Brinkmann-Thies

Autor:

ANNE BRINKMANN-THIES

Jetzt zur Frühlingszeit könne man den Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen wunderbar aus Wildkräutern decken, rät sie. Die jungen Blätter des Giersch etwa – den meisten Gartenbesitzern ein Dorn im Auge – lassen sich einfach wegknabbern und liefern als Wildgemüse noch wertvolles Vitamin C.

Und noch ein meist ungebetener Gast im Garten lässt sich in Sachen natürlicher Gesundheit nutzen: „Junge Brennnesseln können als Tee zubereitet werden“, erklärt Fischer-Seidel. Die Wirkstoffe unterstützten die Nieren.

Ein natürlicher Vitaminlieferant sei auch der Bärlauch, der jetzt in unseren heimischen Laubwäldern gedeiht und neben viel Vitamin C auch ätherische Öle sowie Magnesium und Eisen enthält.

Rat weiß die Boitzumerin natürlich auch, wenn doch noch eine Erkältung im Anzug ist. „Wenn der Hals weh tut, kaue ich Salbei-Blätter, egal zu welcher Jahreszeit“, sagt die Expertin, die ihre Kenntnisse in einer Heilpflanzenschule in Freiburg erworben hat.

Stärkend und sogar antibiotisch wirke zudem die Meerrettichwurzel. Frisch gerieben sollen die Öle entzündungshemmend und schleimlösend wirken. Damit die Dämpfe nicht zu sehr reizen, reibt Fischer-Seidel die Wurzel mit einem Schutz vor Mund und Nase.

Ähnliche positive Wirkung versprechen aus ihrer Sicht geriebene Senfkörner. „Die ätherischen Öle werden sogar über die Haut aufgenommen“, sagt sie. Apropos ätherische Öle: Einige Tropfen Fichtennadelöl oder Kampfer neben das Kopfkissen geträufelt, sorgen auch im Schlaf für Linderung der Beschwerden.

Und es gibt noch viel mehr heimische Pflanzen, die bei Erkältungen wohl tun und helfen: Dazu gehören Thymian und Spitzwegerich. „Beides gedeiht auch in meinem Garten“, erzählt die Boitzumerin. Acht geben müsse man freilich, wenn der Spitzwegerich getrocknet und damit die wertvollen Inhaltsstoffe haltbar gemacht werden sollen. „Wenn die Blätter schwarz werden, sind sie nicht mehr zu genießen“.

Deshalb rät die Expertin, die Blätter einzeln nebeneinander liegend zu trocknen. Schön warm werde übrigens jedem, der sich einen Ingwertee gönnt. Hierzu werden kleine Stücke der Ingwerwurzel einfach mit heißem Wasser übergossen.

Die Kräuterfrau hat noch mehr Tipps aus dem Garten auf Lager: Ausgleichend und beruhigend etwa wirke die Melisse. Und der Dost, den viele von uns eher als Oregano kennen, habe eine ganze Bandbreite positiver Eigenschaften: Er soll nicht nur bei Mund- und Rachenentzündungen helfen, seine ätherischen Öle wirken auch verdauungsfördernd, erklärt Fischer-Seidel. Und generell gibt sie jedem mit auf den Weg, viel zu trinken.

„Mit jedem Schritt und Tritt, den wir in der Natur machen, begegnen wir immer wieder neuen Pflanzen, die für uns höchst nützlich und Heil bringend sind“: Diese Worte stammen von Sebastian Kneipp. Die kräuterkundliche Expertin Gudrun Fischer-Seidel hat sie sich zu eigen gemacht. Ihr Wissen gibt die Expertin übrigens gerne weiter – als Gästeführerin bei verschiedenen Touren in der Reihe Calenberger Landsommer. Unter dem Motto „Ach du grüne Neune“ geht es etwa am Karfreitag, 14. April, in die Natur. Start ist um 14 Uhr am Parkplatz neben dem Kloster Wülfinghausen.



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