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Sichere Arzneimittel

Immer mehr Arzneimittelfälschungen tauchen weltweit auf. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass der Fälschungsanteil der über illegale Internetversender verkauften Medikamente bereits heute bei 50 Prozent liegt.

Erfreulicherweise zählt die Arzneimittelversorgung in Deutschland zu den sichersten weltweit. In zwölf Jahren – von 1996 bis Anfang 2008 – registrierte das Bundeskriminalamt (BKA) nur 38 Fälle von Arzneimittelfälschungen in der legalen Verteilerkette vom Arzneimittelhersteller über den pharmazeutischen Großhandel bis zur Apotheke in Deutschland. Zum Vergleich: Alleine im ersten Halbjahr 2013 haben deutsche Zollbehörden 1,4 Millionen gefälschte Tabletten, Pulver und Ampullen sichergestellt (plus 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum).

Haupteinfallstor für Arzneimittelfälschungen sind dubiose Internetversender. Deren Internetseiten sehen oft seriös aus – sind es aber nicht. Was viele Verbraucher nicht wissen: Privatpersonen dürfen nach dem deutschen Arzneimittelrecht über den Postversand grundsätzlich keine Arzneimittel aus dem Nicht-EU-Ausland beziehen. Urlauber dürfen Medikamente nur in Mengen nach Deutschland einführen, die dem persönlichen Reisebedarf entsprechen. Erlaubt ist der Bezug von in Deutschland zugelassenen Arzneimitteln aus dem Ausland ausschließlich über behördlich registrierte Versandapotheken aus den EU-Mitgliedstaaten, deren Recht dem deutschen entspricht, oder die eine Erlaubnis nach Paragraf 11a Apothekengesetz (ApoG) besitzen. Dabei muss der Versand entsprechend den deutschen Vorschriften erfolgen (Paragraf 73 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1a Arzneimittelgesetz (AMG)).

Seit 2004 ist deutschen Apotheken der Versandhandel mit Arzneimitteln erlaubt. Das „Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information“ (DIMDI) veröffentlicht eine Liste mit seriösen und registrierten Internet- oder Versandapotheke. Das DIMDI vergibt auch ein Internetsiegel. Allerdings sollten Verbraucher wissen, dass nicht nur Arzneimittel, sondern auch Gütesiegel gefälscht werden können. Wer sicher gehen will, dass eine Versandapotheke legal arbeitet, kann bei der im Impressum der Apotheke angegebenen Aufsichtsbehörde anrufen. (Das Impressum ist eine Pflichtangabe – fehlt es, handelt es sich möglicherweise um einen unseriösen Anbieter.)

Besonders vorsichtig sollten Verbraucher sein, wenn sie bei einem Internetversender rezeptpflichtige Medikamente ohne Rezept oder nach dem alleinigen Ausfüllen eines Online-Fragebogens bestellen können – denn das ist illegal. Rezeptpflichtige Medikamente sollten nie ohne ärztlichen Rat eingenommen werden. Denn die Rezeptpflicht ist keine Schikane, sie schützt die Gesundheit.

Auf Grund der vermehrten Medienpräsenz des Themas Arzneimittelfälschungen führen verunsicherte Patienten ihre Probleme mit Arzneimitteln manchmal vorschnell auf eine Fälschung zurück. In den Fällen, in denen das Arzneimittel von einer Apotheke bezogen wurde, hat sich dieser Verdacht aber bisher nicht bestätigt. Arzneimittel aus der Apotheke, die über die legale Vertriebskette vom Hersteller oder vom pharmazeutischen Großhandel bezogen werden, sind in der Regel keine Fälschungen. Gefälscht werden nicht nur Life­style-Arzneimittel, wie zum Beispiel Potenz-, Haarwuchs- oder Schlankheitsmittel, sondern auch lebenswichtige Medikamente wie Krebsmittel, Blutdrucksenker oder Schmerzmittel.

Am sichersten ist nach wie vor der Einkauf in der Apotheke vor Ort. Hier werden Ihnen auch alle Fragen zur Verwendung eines Medikamentes sowie eventuelle Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen verschiedener Arzneimittel beantwortet.




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