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Die Handballfreunde arbeiten an allen Fronten daran, die Voraussetzungen für die 2. Liga zu schaffen / Platz 3 bis 6 ist das Ziel

„Nur ein Team kann Berge versetzen“

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Springe. Die vergangene Saison war die bislang schwächste der Handballfreunde Springe seit dem Aufstieg in die 3. Liga. Aber sie gehen gestärkt daraus hervor. Als Holger Schneider im vorigen Spätherbst die Mannschaft übernahm, war sie Letzter – dank einer grandiosen Rückrunde beendete sie die Serie noch als Siebter. In dieser Saison, die morgen (20.15 Uhr) mit dem Auswärtsspiel bei der Burgdorfer Bundesliga-Reserve beginnt, wollen sich die Springer wieder weiter vorne in der Tabelle eingruppieren. Der Aufstieg ist nicht das Ziel – noch nicht. Schneider plant langfristig. Vorrang hat zunächst der Einbau von jungen Spielern in die Mannschaft.

Lukas Reese ist etwa einer von den jungen Spielern – und ein echter Springer noch dazu. Er kehrt nach vier Jahren vom TSV Anderten zurück, wo er zuletzt in der A-Jugend-Bundesliga spielte. Auf seiner Stammposition im linken Rückraum hat er starke Konkurrenz, auf Linksaußen hat er sich in der Vorbereitung aber als echte Alternative zu Maxi Kolditz präsentiert – Fabian Hinz ist noch zum Auslandsstudium in den USA und kehrt erst Ende September zurück. Auch Justin Brand, der aus der A-Jugend der SG Flensburg/Handewitt kommt, macht bislang einen guten Eindruck. „Er kann mich auf Halbrechts gut entlasten“, sagt Routinier Claus Karpstein.

Auf seiner Lieblingsposition im Rückraum Mitte wird es Brand schwer haben. Dort dürfte Jannis Fauteck nach seiner Rückkehr aus Burgdorf gesetzt sein. „Er ist das Puzzleteil, das in der letzten Saison gefehlt hat“, sagt Fautecks Namensvetter Janis Helmdach – und macht damit den Stellenwert klar, den der Spielmacher im Team genießt.

Die erste Sieben der HF gehört wieder zu den stärksten in der 3. Liga Nord. Aber nicht jeder Leistungsträger ist gleichwertig zu ersetzen: „Wir müssen auf einigen Positionen improvisieren“, sagt Trainer Holger Schneider. „Es darf sich keiner verletzen.“ So gibt es mit Karpstein und Rechtsaußen Pawel Pietak nur zwei Linkshänder im Team. Arek Bosy ist der einzige gelernte Kreisläufer, als Alternative zu ihm hat Schneider HF-Eigengewächs Jonas Borgmann – eigentlich Rückraumspieler – auserkoren, der sich an seine neue Aufgabe langsam gewöhnt: „Am Kreis habe ich größere Chancen zu spielen“, sagt der 20-Jährige.

Schneider will den Aufbau einer auch in der Breite zweitligatauglichen Mannschaft kontinuierlich vorantreiben – auch durch eine bessere Zusammenarbeit mit der Jugendabteilung und eine professionellere Nachwuchsarbeit. In drei Jahren, so der Plan, soll der Aufstieg gelingen, „und dann wollen wir auch drinbleiben“, so Schneider. Dafür müssten auch die wirtschaftlichen Voraussetzungen geschaffen und der Verein als Marke stärker in der Region verankert werden. „Wir werden mit unserer Spielweise hoffentlich dafür sorgen, dass viele Sponsoren und Zuschauer zu uns kommen“, sagt Schneider, der im vorigen Herbst zunächst nur bis zum Saisonende zugesagt hatte, dann aber doch blieb, „weil ich das Gefühl habe, dass in Springe eine gut funktionierende Handballfamilie existiert“.

Tempohandball hat er seiner Mannschaft auf die Fahne geschrieben. Und ganz wichtig: funktionierenden Teamgeist: „Nur ein Team kann auf der Platte Berge versetzen“, sagt Schneider, „das brauchen wir, denn so gut sind wir noch nicht besetzt.“ Das Mannschaftsgefüge passte in der vorigen Saison nicht, dazu hatten wohl auch die Integrationsprobleme der vier griechischen Spieler beigetragen, die gegangen sind. Neu dabei sind jetzt mit Pietak und Bosy zwei Polen, die sich offenbar bestens einfügen. Pietak wurde sogar neben Kapitän Daniel Deutsch, Torwart Jendrik Meyer und Youngster Reese direkt in den Mannschaftsrat gewählt. „Das war eine große Überraschung für mich“, sagt der 31-Jährige, „aber es bedeutet, dass ich gut aufgenommen werde.“

Platz 3 bis 6 haben die Springer als offizielles Saisonziel ausgegeben. Deutsch glaubt sogar, dass ein Platz unter den ersten drei realistisch ist. „Aber wir wissen, dass es schwierig wird. Die Liga ist insgesamt besser aufgestellt, es gibt einige Mannschaften, gegen die es schwer wird, zu gewinnen.“ Henstedt-Ulzburg, Potsdam, Schwerin und die Junior-Füchse etwa zählt der HF-Kapitän zu den Favoriten. „Aber wir haben auch wirklich gut trainiert in der Vorbereitung“, sagt er. Vor allem waren die Springer während der 34 Trainingseinheiten und elf Testspiele in fünf Wochen – abgesehen von Hinz – von Beginn an komplett. Auch das war in der vorigen Saison ganz anders – aber jetzt geht der Blick ja nach vorn...jab



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