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Hörschäden durch laute Musik?

BAD MÜNDER. Gut hören? Dafür muss man auch etwas tun. Im Interview mit NDZ-Mitarbeiter Joshua Wilkening spricht Dr. Kerstin Blei über Hörprobleme, Irrtümer und das richtige Verhalten, um das eigene Gehör zu schonen.

dpa

Was sind die typischen Probleme, mit denen die Leute in ihre Praxis kommen?

Oft kommen Personen mit entzündlichen Erkrankungen im HNO-Bereich zu uns, zum Beispiel mit schweren oder chronischen Nasennebenhöhlenentzündungen und Ohrentzündungen. Natürlich gibt es auch viele Fälle von Innenohrerkrankungen, die wir behandeln, dazu zählen Schwerhörigkeit, Hörsturz und Tinnitus aber auch Schwindelbeschwerden. Auch Stimmstörungen gehören zum HNO-Fachgebiet.

Wann sollte man auf jeden Fall zum Ohrenarzt gehen? Auf welche Warnsignale sollte man achten?

Generell kann man sagen: Wenn starke Beschwerden länger als drei bis vier Tage anhalten. In der Regel geht man dann allerdings erst mal zum Hausarzt. Dieser entscheidet dann, ob er die Behandlung vornehmen kann oder ob der Besuch des HNO-Arztes nötig ist. Man sollte aber lieber zu früh als zu spät gehen – denn bei plötzlichen Ohrgeräuschen oder schlechtem Hören sollte die Behandlung innerhalb weniger Tage beginnen.


Sie führen ihre Praxis seit 1996 – seitdem sieht man gefühlt immer mehr jüngere Menschen mit Kopfhörern. Haben sich Ohrschäden und Hörprobleme auch verändert?
Die übliche Annahme, dass sich junge Leute durch zu lautes Musik hören häufig Hörschäden zuführen, beobachten wir so in unserer Praxis nicht. Was uns auffällt ist, dass bei älteren Menschen Hörstörungen heutzutage seltener auftreten, da in den Betrieben sehr viel mehr Wert auf Lärmschutz gelegt wird. Insgesamt geht so bei uns die Lärmschwerhörigkeit eigentlich eher zurück.

Mit der Weiterentwicklung der Technik verändern sich auch die medizinischen Behandlungen. Nutzen Sie in ihrer Praxis neue Therapieverfahren oder Geräte?

Natürlich hat sich in den letzten Jahren einiges weiterentwickelt. Wir haben beispielsweise jetzt einen Computer, mit dem man sehr früh feststellen kann, ob Säuglinge hören können. Außerdem sind die Hörgeräte heute natürlich um einiges leistungsstärker als früher.

Auf was muss man achten, um das eigene Gehör zu schonen? Wie kann man Erkrankungen vorbeugen?

Zuerst einmal sollte man, wenn es richtig laut wird, also in der Disco, beim Heimwerken, auf dem Schießstand oder auf einem Rock-Konzert, Gehörschutz tragen und sich möglichst nicht direkt neben die Boxen stellen.

Kopfhörer darf man natürlich benutzen, sollte es aber auch da mit der Lautstärke nicht übertreiben. Darüber hinaus wird es schwieriger, sich zu schützen, denn das Gehör hat auch viel mit genetischer Veranlagung und degenerativen Alterungsprozessen zu tun. Grundsätzlich kann man aber sagen: Impulslärm mit mehr als 110 Dezibel und Dauerlärm mit mehr als 80 Dezibel sollten vermieden werden.



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