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2. Bundesliga: Vom Topfavorit zum unerfahrenen Neuling / Lakenmacher erwartet kräftezehrende Saison

HF in ungewohnter Rolle

Autor:

Jennifer Minke-Beil

Die Handballfreunde hatten viele Jahre ein großes Ziel vor Augen. Drei Mal sind sie knapp daran vorbei geschlittert. Nun ist das heiß ersehnte Ziel erreicht. Morgen bestreitet der Springer Verein sein erstes Spiel in der 2. Bundesliga. Im Heimspiel gegen den Wilhelmshavener HV geht es gleich gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg. In der vergangenen Saison hatte Springe in der

3. Liga noch zwei Mal das Nachsehen. Los geht es am Sonnabend, 19 Uhr, in der Halle des Schulzentrums Süd.

Einiges wird sich in dieser Saison für die Handballfreunde ändern – in dieser ersten Zweitliga-Saison der Vereinsgeschichte: mehr Spiele, höhere Qualität bei den Gegnern und weitere Fahrten. Eines soll sich aber nicht ändern: Der Spaß soll immer vorherrschen, auch wenn es mal nicht so gut läuft. Auch an Niederlagen müssen sich die Springer nach sechs sehr erfolgreichen Jahren in der 3. Liga wohl gewöhnen.

Doch die HF-Spieler wissen, was sie können, und wollen sich auf keinen Fall unter Wert verkaufen. Fabian Hinz, mittlerweile der dienstälteste Spieler, ist von der Klasse seiner Mannschaft überzeugt: „Ich bin sehr optimistisch und eine Sache ist sicher: Wir werden in jedem Spiel alles geben.“

Aber nicht nur beim Einsatz wollen die Springer mit den Gegnern auf Augenhöhe sein. Auch taktisch hat Trainer Sven Lakenmacher in der Vorbereitung viel ausprobiert. Die unterschiedlichen Abwehrvarianten, aber auch die neu einstudierten Angriffssysteme ließen schon die nötige Durchschlagskraft für die Liga erahnen. „Mit den Neuzugängen haben wir uns so verstärkt, dass wir andere Systeme ausprobieren und eine aggressive Deckung spielen können“, meint Lakenmacher zuversichtlich. Er sei auch sehr froh, dass der Kader breit aufgestellt ist, denn bei anstehenden 40 Spielen – zehn mehr als in der vergangenen Saison – erwartet er eine anstrengende und kräfteraubende Saison.

„Wir haben zum Glück viele Spieler, die auf mehreren Positionen eingesetzt werden können“, erläutert der Coach. Alle werden ihre Einsatzzeiten bekommen, ist er sich sicher. Erfahrungsgemäß werden sich Spieler verletzten und eine starke Bank sei dann wichtig. „Ich bin mit der Zusammenstellung des Kaders wirklich sehr glücklich“, betont Lakenmacher.

Mit einem Durchschnittsalter von 24,7 Jahren ist der Springer Kader so jung wie noch nie und laut Manager Dennis Melching handelt es sich sogar um die jüngste Mannschaft aller Zweitliga-Vereine. Doch mit Pawel Pietak (33) und Neuzugang Oliver Tesch (30) sind auch zwei Routiniers im Team, die gebraucht werden. Die jungen Spieler wie Maximilian Schüttemeyer (22) oder Maxi Kolditz (24) sind aber auch bereits zu Leistungsträgern geworden. Linkshänder Tim Coors soll seine Erfahrung aus der Zeit in Bietigheim aufs Spielfeld bringen: „Ich kenne das Pflaster 2. Liga und weiß, was auf uns zu kommt.“ Daher wisse er auch, dass Springe den Klassenerhalt schaffen könne.

Die vier Neuen haben im Training und in den Testspielen bereits Fuß gefasst. Robert Wetzel im Tor hat einen guten Eindruck hinterlassen. Er ist erfreut, wie „intakt und eingespielt“ die Mannschaft ist. Der 24-Jährige hat sich voll auf Verein und Stadt eingelassen und ist dementsprechend nach Springe gezogen – mit seinem Hund. Oliver Tesch hat in seinen ersten Partien für die HF gezeigt, dass er mit Kommandos Verantwortung auf dem Feld übernimmt. Der jüngste im Team ist Hendrik Pollex. Mit seinen 21 Jahren hat er aber bereits Einsätze in der Bundesliga absolviert. Er verfügt auch noch über ein Zweitspielrecht für Erstligist Burgdorf. Maurice Herbold war in der Vorbereitung noch in einigen Spielen angeschlagen und hatte auch in der Vergangenheit mit vielen schweren Verletzungen zu kämpfen. „Diese Zeit hat mich natürlich geprägt, aber hat mir auch gezeigt, dass ich den Anschluss immer wieder schaffe.“

Fest steht, dass die Liga sehr ausgeglichen sein wird. Mannschaften wie Minden und Erlangen wollen sicher schnell zeigen, dass sie höhere Ambitionen haben. Ansonsten erwarten Lakenmacher und Co. viele gleichwertige Teams, die schlagbar sind. „Wir wollen so früh wie möglich den Klassenerhalt sicherstellen. Das ist unser Ziel“, sagt Dennis Melching. Dann könne er die wirtschaftlichen Weichen stellen.

Interessant wird sein, wie die Handballfreunde die Heimspiele in Hameln auf noch ungewohntem Terrain bestreiten. Auch für die Fans eine neue Situation. Auf lange Sicht sind die Springer daran interessiert, die Kooperation mit dem VfL Hameln zu intensivieren. Damit könne auch der Handballstandort Region Deister/Weser weiterentwickelt werden, meint Manager Melching. Ziel sei die Weiterentwicklung des Spitze- und Leistungssports.

Doch vorerst zählt nur der morgige Startschuss mit dem wichtigen Heimspiel gegen den Konkurrenten aus Wilhelmshaven. Eine gute Gelegenheit zur Revanche nach den beiden Niederlagen der vergangenen Saison.




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