Italienisches Idyll: Der Iseosee gilt noch als Geheimtipp
Obwohl er zu den größten Seen Italiens gehört, ist er noch recht unbekannt: der Lago d’Iseo (auf Deutsch: Iseosee) in Norditalien. Ziemlich genau zwischen Bergamo und Brescia gelegen, erwartet dich hier ein Idyll und Ruhe wie an keinem anderen großen See in Italien. Während die meisten Touristinnen und Touristen zum Comer See, zum Gardasee oder zum Lago Maggiore ausschwärmen, hält sich der Ansturm am Lago d’Iseo noch in Grenzen.
Die Natur ist unberührt, überall gibt es malerische kleine Badebuchten und der italienische Charme ist ungebrochen. Hotelketten, Shoppingmalls und Nachtclubs wirst du hier nicht finden, eine kleine Pizzeria oder ein Fischrestaurant dagegen schon eher.
Der größte Ort am Iseosees ist die Namensgeberin Iseo. Die kleine Stadt liegt am südlichen Ufer des Sees und beherbergt verschiedene Cafés, Restaurants und Läden sowie eine Uferpromenade zum Flanieren.
Sandstrand mit Blick auf die Alpen
Wenn du es lieber dörflich magst, solltest du dem Ort Sarnico einen Besuch abstatten. Hier vermischt sich karibisches mit alpinem Flair: Am Ufer des Lago d’Iseo gibt es einen weißen Sandstrand und dahinter erhebt sich das mächtiges Bergpanorama der italienischen Alpen. Weitere lohnenswerte Orte sind Lovere und Pisogne.
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Im See erwartet dich noch ein Highlight, das einzigartig in Südeuropa ist: der Monte Isola. Die Insel ist autofrei, teilweise bis zu 400 Meter hoch und damit die größte in einem Binnengewässer gelegene Insel im Süden Europas. Du kannst mit einer Fähre übersetzen, die von mehreren Orten am Iseosee aus startet. Auf der Insel findest du neun kleine Dörfer, das bekannteste ist Peschiera Maraglio. Alle fünf Jahre wird auf dem Monte Isola im September das Fest Santa Croce gefeiert. Dann wird das Dorf Carzano mit Papierblumen geschmückt.
Das Fest soll an eine dunkle Zeit in der Geschichte erinnern, als das gesamte Land von der Pest befallen war. Außer Carzano. Die Legende besagt, dass eine Mutter, deren Kind von den Dorffrauen in Carzano geheilt wurde, zum Dank den ganzen Ort mit Blüten schmückte. Das nächste Santa Croce soll 2025 stattfinden.
Ausflug ins Weinanbaugebiet
Es gibt auch noch zwei weitere Inseln im Lago d’Iseo, die Isola di Loreto und die Isola di San Paolo. Letztere befindet sich jedoch im Privatbesitz des Waffenherstellers Beretta. Das Unternehmen ist einer der größten italienischen Hersteller für Handfeuerwaffen.
Für Ausflüge nahe dem Lago d’Iseo bietet sich unter anderem eine der schönsten Weinstraßen der Gegend an: die Franciacorta-Straße. Die weichen Hügelketten im Umland des Lago d’Iseo prägen hier die Landschaft und entlang der Weinstraße liegen die Dörfer Timolini, Nigoline, Borgonato und Colombaro. Überall begegnest du hier Klöstern, Kirchen und Villen, kannst die weißen und roten Weine aus den Kellern probieren und die idyllische Lombardei genießen.
Die kleine Schwester des Lago d’Iseo
Den See mit dem Auto zu umrunden ist kein Problem, auch wenn die bergige Landschaft mit den steilen Hängen zunächst anderes vermuten lässt. Die Straße wurde an vielen Stellen einfach in den Fels hineingeschlagen. Wenn du am Westufer in Richtung Bergamo abbiegst, kommst du zu einem kleineren See, dem Lago d’Endine. Er ist gerade mal sechs Kilometer lang und ringsherum verteilen sich zahlreiche Dörfer und Gemeinden. In Monasterolo findest du ein niedliches Strandbad mit einem Restaurant, ansonsten halten sich die touristischen Angebote hier in Grenzen.
Christos Werk am Lago d’Iseo
Übrigens: Der Lago d’Iseo war auch schon mal Schaffensgrundlage des weltberühmten Künstlers Christo. Der für seine Verhüllungen bekannte Künstler eröffnete am 18. Juni 2016 am Lago d’Iseo sein Werk „The Floating Piers“. Die Installation bestand aus 16 Meter breiten schwimmenden Stegen, die es den Besucherinnen und Besuchern ermöglichten, von Sulzano aus zu Fuß zur Insel Monte Isola zu spazieren.
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Zur vollständigen AnsichtDie Stege waren mit gelbem Stoff bespannt und umrundeten außerdem die Insel Isola di San Paolo. Das Spazieren auf den Stegen sollte sich anfühlen, als könnte man auf Wasser laufen. Nach nur 16 Tagen wurde das Kunstwerk wieder abgebaut.
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