Besondere Orte

Die 9 besten Orte in Deutschland, um im Frühjahr Zugvögel zu beobachten

Im Frühjahr kannst du an vielen Orten in Deutschland Zugvögel beobachten.

Ob als kleine Piepmatze, die mit buntem Federkleid verzaubern, oder als gigantische Schwärme, die den Himmel verdunkeln: Jetzt im Frühjahr sind wieder zahlreiche Zugvögel in Deutschland unterwegs, die zusammen mit der aufblühenden Natur den Frühling einläuten.

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Der reisereporter stellt neun Hotspots vor, an denen die Vogelschar besonders gut zu beobachten ist und die das Herz von (Hobby-)Ornithologen und Ornithologinnen höherschlagen lassen.

1. Nationalpark Wattenmeer

Das ganze Jahr über sind im Nationalpark Wattenmeer Zugvögel zu beobachten. Rund zehn Millionen Zugvögel legen in der Region jährlich einen Stopp ein und oftmals kommen sie in riesigen Schwärmen. Je nach Witterung kann es schon ab Mitte Januar so weit sein, dass die Zugvögel in Richtung Brutgebiete aufbrechen. Von März bis Mai ist dann richtig was los.

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Zu den Frühlingsboten zählen Enten, Gänse, Möwen und Seeschwalben und Watvögel und auf die größten Rastbestände triffst du im Wattenmeer im Mai sowie von August bis Oktober. Während Watvögel richtige Langschläfer sind, die den ganzen Tag beobachtet werden können, zeigen sich Singvögel vor allem morgens, und abends erheben sich die Gänse in den Himmel Richtung Schlafplatz.

Gänseschwarm im Nationalpark Wattenmeer.

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2. Kraniche in Mecklenburg-Vorpommern

Ab Ende Februar kehren die Kraniche aus dem Süden zurück. Die majestätischen Tiere werden in Schweden auch „Vögel des Glücks“ genannt, weil sie eine Verheißung auf längere und sonnige Tage sind. Zu Tausenden sind sie im Herbst und auch im Frühjahr in Deutschland zu beobachten. Ihr Markenzeichen: die Keilformation beim Flug und das laute Trompeten. Besonders gut sind die Kraniche etwa in Mecklenburg-Vorpommern zu beobachten.

Aus ihren Winterquartieren in Frankreich und Spanien fliegen die Vögel in Trupps von bis zu 1500 Tieren wieder nach Deutschland. Viele von ihnen machen im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft oder im Müritz-Nationalpark halt, bevor sie nach Skandinavien, Polen, in die baltischen Staaten oder nach Weißrussland weiterziehen.

Ein Trupp Kraniche landet in der Zugzeit auf einer Wiese im Naturpark Flusslandschaft Peenetal in Mecklenburg-Vorpommern.
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3. Nationalpark Unteres Odertal, Brandenburg

Auch im Nationalpark Unteres Odertal sind nach dem Winter Tausende Kraniche zu sehen. Und ebenso ist ein anderer langbeiniger Kollege mit leuchtend roten Beinen im Frühjahr in dem Areal zu entdecken. Der Weißstorch, seines Zeichens Glücks- und Kinderbringer, kehrt dann aus den Savannenlandschaften Afrikas als Symbol des Frühlings zurück.

Mit seinem klappernden Schnabel setzt er auch ein unverkennbares akustisches Zeichen. Und im Unteren Odertal ist auch ein ganz seltener Vertreter zu entdecken. Der Schwarzstorch ist die dunkle Variante des Storchs und weist lediglich am Bauch weiße Federn auf.

Der frühe Vormittag und späte Nachmittag eignen sich besonders gut, um beide Arten auf der Auenlandschaft zwischen Zützen und Stützkow zu beobachten.

Störche nisten in Stützkow im Naturpark Unteres Odertal, ein Dorf am östlichen Rand der Uckermark (Archivbild).

4. Das Vogel-Mekka Helgoland, Schleswig-Holstein

Ab März ist auf Helgoland der Frühjahrszug der Vögel angesagt. Denn mit den ersten Frühlingssonnenstrahlen sind auch Amseln und Feldlerchen auf der kleinen Insel zu entdecken. Zwischen Ende März und Anfang April erreichen dann Trauerenten, Waldschnepfen und Zilpzalpe ihr Zugmaximum. Und im April sind Wiesenpieper, Rotkehlchen und Singdrosseln am Zug. Auch die Basstölpel kommen nach Überwinterung in Westafrika nach Helgoland zurück.

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Besonders reizvoll ist das kleine Eiland Ende Mai und Anfang Juni, wenn auch der Klippenkohl blüht und Helgolands Naturschutzgebiet Lummenfelsen, ein Klippenabschnitt, der als Brutlandschaft dient, als Sprungbrett genutzt wird. Dann hüpfen beim sogenannten Lummensprung die jungen, noch flugunfähigen Trottellummen aus Höhen von bis zu 50 Meter ins Wasser.

Die Basstölpel sind gänsegroß und brüten seit 1991 auch auf der Insel Helgoland.

5. Vogelschau am Bodensee

Was den Menschen der Airport Frankfurt ist, ist für viele Zugvögel der Bodensee im Alpenvorland zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Im Frühjahr präsentiert sich das Binnengewässer als eine Art Großflughafen für gefiederte Tiere. Am Untersee kannst du im März Knäkenten, Schwarzmilan, Rohrweihe, Wasserralle und Bekassine als Brutvögel oder Durchzügler sehen.

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Luftbild-Panorama vom westlichen Bodensee bei Sonnenaufgang mit der Halbinsel Mettnau.

Im April locken unter anderem Kuckuck und Nachtigall sowie Baumfalken Ornithologen an.

An verschiedenen Orten, darunter Radolfzell, werden im Frühjahr in den Morgenstunden organisierte Vogelstimmenführungen vom Nabu angeboten, um sich den Frühlingsboten akustisch zu nähern.

6. Bergfinken-Schwärme in Deutschland

Im Februar 2024 kam es in Schwaben zu einem seltenen Schauspiel: Millionen von Bergfinken hatten sich auf der Schwäbischen Alb zusammengefunden. So viele, dass ihr gemeinsamer Flug den Himmel verdunkelt. Auf den abgelegenen Feldwegen in der Nähe von Ulm, dort, wo viele Buchen und Fichten zu finden sind, ist die Vogelschar zu beobachten. Die fliegenden Besucher stammen aus dem hohen Norden und suchen dort nach Nahrung, alias Bucheckern. Kurz vor Sonnenuntergang ging es los, dann zogen riesige Schwärme über die Wiesen. Dass das Schauspiel sich in diesem Jahr genau an diesem Ort wiederholt, ist unwahrscheinlich.

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Im Januar 2025 hat dafür die Nordrhein-Westfälische Ornithologengesellschaft einen Masseneinflug von Bergfinken in Ostwesfalen gemeldet. Auch im Teutoburger Wald haben sich die Vögel bereits blicken lassen. Es lohnt sich also, Augen und Ohren offenzuhalten.

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7. Zugvögel im Nationalpark Eifel, Nordrhein-Westfalen

Der Kiebitz und seine flotte Frisur können im Frühjahr beispielsweise im Nationalpark Eifel unter die Lupe genommen werden. Zu Tausenden rastet der Vogel des Jahres 2024 hier, bis er Mitte März in sein Brutgebiet in Nord- und Osteuropa weiterfliegt. Auch Kiebitze bilden eine V-Formation am Himmel und verweilen am liebsten auf offenen Feldern und Feuchtwiesen.

Natürlich kannst du im Nationalpark Eifel noch viele andere Zugvögel sehen, darunter den Rotmilan, der im Februar und März aus seinem Winterquartier zurückkehrt. Der Greifvogel kann eine Flügelspannweite von 1,80 Metern erzielen und ist ein Akrobat der Lüfte. Und auch die beliebten Kraniche kannst du hier sichten.

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8. Limbacher Teiche, Sachsen

Das Landschaftsschutzgebiet Limbacher Teiche in Sachsen bietet Zugvögeln mit seinen Feucht- und Nasswiesen, Niedermooren, Fischteichen und unterholzreichen Feld- und Waldgehölzen ideale Bedingungen für einen Stopp. Ein Natur- und Erlebnispfad führt auf dreieinhalb Kilometern durch das Gebiet und eine Informationstafel an der Beobachtungsplattform über dem Großen Teich weist auf die Zugzeiten der hier rastenden Vögel hin.

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Ab Februar lässt sich hier etwa der Haubentaucher mit seinem rot-schwarzen Backenbart blicken und im April kommt der auffällig gefärbte Gartenrotschwanz hinzu. Die kleinen Lachmöwen und die territorialen Nilgänse gehören ebenfalls zu den Rastgästen, die im Frühjahr in das sächsische Landschaftsschutzgebiet kommen.

9. Steinhuder Meer, Niedersachsen

Der Naturpark Steinhuder Meer in Niedersachsen ist ein absolutes Paradies für Naturbegeisterte. Im Westen der Landschaft erstreckt sich auf circa 1200 Hektar der sogenannte Meerbruch. Das Feuchtgebiet ist Rastgebiet für abertausende Zugvögel.

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Fast jedes Jahr im Frühling kehr ein Fischadlerpaar zu seinem Nest zurück, um im Biotop zu brüten. Ein 600 Meter langer Erlebnisweg führt vom Rundweg Steinhuder Meer aus vorbei an zwei Beobachtungshütten zu einem Beobachtungsturm am Seeufer.

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